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Paul Newman

Der perfekte Mann

Von Michaela Krüger, 05.02.10, 21:03h, aktualisiert 05.02.10, 21:21h

Im Jahr 2008 starb Paul Newman an Lungenkrebs. Davor lebten er und seine Frau über 50 Jahre lang in einer glücklichen Ehe. Ein Buch zum 85. Geburtstag zeigt die Schönheit des Hollywood-Stars der 1950er.

Woodward und Paul Newman
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Joanne Woodward und Paul Newman, hier in den 60er Jahren, feierten 2008 goldene Hochzeit, bevor er verstarb. (Bild: Verlag)
Woodward und Paul Newman
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Joanne Woodward und Paul Newman, hier in den 60er Jahren, feierten 2008 goldene Hochzeit, bevor er verstarb. (Bild: Verlag)
Manchmal, wenn alles stimmt, paart sich beim Menschen Ruhe mit Glück. Man kann richtig sehen, wie sich die Nerven einen Moment hinlegen, wie sich jeder kleine Muskel im Körper entspannt und wie ein milder Glanz die Augen überzieht. Vor allem, wenn man liebt. Besonders, wenn man liebt wie Paul Newman und Joanne Woodward. 50 Jahre lang waren sie verheiratet, solange, bis der Tod sie schied. 2008 starb Paul Newman mit 83 Jahren an Lungenkrebs.

Das Geheimnis eines solchen Glücks? Paul Newman beschrieb es so: „Ich frage mich nie, was sie an mir stört. Stattdessen versuche ich, sie dazu zu bringen, diese Mängel zu ignorieren und sich auf meinen Humor zu konzentrieren. Kein Mann möchte, dass eine Frau nachsieht, was sich hinter der Fassade befindet. Denn da gibt es viele Mängel.“

Die zeigte er, wenn schon nicht privat, im Film. Aber nur, weil die Drehbücher sie ihm vorschrieben. Als er in den 50er Jahren ein Star wurde, erschien Hollywood als ein Reich des Leidens. Zornige junge Männer, oft von Marlon Brando und James Dean gespielt, verzweifelten in ihren Filmen an ihrer Umwelt, ihren Vätern, an sich selbst. Newman litt mit. Er spielte Ehemänner mit Potenzproblem oder Revolverhelden mit Vaterkomplex. Der Psyche seiner Figuren verlieh er bisweilen mit enormer physischer Wucht Ausdruck: 1956 verkörperte er mit dem Boxer Rocky Graziano einen Mann, der seine Wut nicht in sich hineinfrisst, sondern ausspuckt, der feindseligen Welt ins Gesicht.

Im realen Leben tat er das subtiler. Beruflich, indem er dem Hollywood-Studio Warner Brothers eine halbe Million Dollar zahlte, um aus seinem Vertrag frei zu kommen. Privat, in dem er sich engagierte. Gegen den Vietnam-Krieg. Gegen die Diskriminierung Homosexueller. Gegen unkontrollierten Waffenbesitz. Skandale gab es keine, keine Frauengeschichten, keine Enthüllungen. Dafür fünf Töchter, Enkelkinder, vier Millionen Dollar Gage pro Film, eine Villa in Beverly Hills, eine Ranch an der Ostküste, zwei Oscars. „Golden“ nannte er sein Dasein einmal.

Bis auf den einen schwarzen Tag. 1978 nahm sich Alan Scott, sein Sohn aus erster Ehe, mit einer Überdosis Kokain, Valium und Alkohol das Leben. Er fühlte sich schuldig - und reagierte auf seine Art. Der Hobbykoch gründete eine Saucenfirma, setzte seinen Namen für die Werbung ein und ließ die Gewinne krebskranken Kindern und der Aidsforschung zukommen. „Der gute Mensch von Hollywood“ lautete sein Beiname in der Branche.

Und zu Hause? Sagte er seiner Frau dreimal täglich, dass er sie liebe. „Ich kam nie auf die Idee fremdzugehen. Ich laufe doch keinem Burger nach, wenn zu Hause ein Steak wartet.“ Dort brutzelte er auch gerne mal das Abendessen. In Tennissocken. Schönheit hat viele Gesichter.



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