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Therapeutische Jugendhilfe

„Ein Lebensort auf Zeit“

Von Horst Komuth, 03.02.10, 18:15h

Jedes Möbelstück wurde sorgfältig ausgesucht, die Wohnaccessoires geschmackvoll aufeinander abgestimmt. Modern und schlicht wirken die Räume in dem Altbau an der Lichtstraße in in Borr.

Kinderheim
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Im überdachten und lichtdurchfluteten Innenhof befindet sich der der zentrale Treffpunkt des Kinderheims. (Bild: Komuth)
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Im überdachten und lichtdurchfluteten Innenhof befindet sich der der zentrale Treffpunkt des Kinderheims. (Bild: Komuth)
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An der Lichtstaße in Borr steht das Gebäude mit seiner stuckverzierten Fassade. Das Haus stammt aus der Jahrhundertwende. (Bild: Komuth)
Kinderheim
Erftstadt-Borr - Die therapeutische Jugendhilfeeinrichtung „Kinder- und Jugendheim Haus Waltrud“ eröffnete in dem seit längerem leer stehenden Gebäude ein Kinderheim für insgesamt neun Jungen und Mädchen im Alter von acht bis 14 Jahren. Die ersten Bewohner seien bereits eingezogen, berichtet Bereichsleiterin Virginie Puschmann. Die Bewohner kämen aus Erftstadt und Umgebung, erläutert die Pädagogin.

Eine übersichtliche Raumaufteilung der rund 400 Quadratmeter großen Nutzfläche sei wichtig gewesen. Das Gebäude sei kernsaniert, Decken angehoben und die Immobilie den Erfordernissen des Brandschutzes angepasst worden, ergänzt Helmut Puschmann. Er ist Leiter der privat geführten Einrichtung.

Für jeden Bewohner steht ein Einzelzimmer zur Verfügung. Mehrere Bäder wurden geschaffen. Als zentraler Treffpunkt dient der lichtdurchflutete und mit Glas überdachte Innenhof, wo gespeist, gespielt und diskutiert werden kann. Die Kinder kommen laut Jugendamtsleiter Brost in Absprache mit seiner Behörde ins Haus. Und zwar dann, wenn Eltern einen entsprechenden Antrag auf Hilfe gestellt haben.

Die Gründe für Heimaufenthalte seien vielfältig. Dazu zählten vermehrt psychische Erkrankungen von Elternteilen. Fünf Fachkräfte (Sozial- und Heilpädagogen, sowie Erzieher) kümmern sich ganztägig um die Heimbewohner. Für jedes Kind werde ein individueller Betreuungsplan erarbeitet, der jedes halbe Jahr überprüft werden, erläutert Puschmann. Die durchschnittliche Verweildauer in Heimen dieser Art betrage etwa zweieinhalb Jahre.

„Dieses Haus ist für die Kinder ein Lebensort auf Zeit“, erläutert der Pädagoge. Wichtig sei, dass die Bewohner einen normalen Alltag erleben. Dazu zählten Frühstück, Schulbesuch, Hausaufgaben machen und gemeinsame Freizeitgestaltung. Puschmann: „Wir arbeiten mit Herz und Verstand, offen und zugewandt.“ Dazu zähle die Einbeziehung der Umwelt. So seien Aktionen mit Ortsvereinen oder Besuche von Kindern und Jugendlichen im Haus erwünscht.



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