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Krankenkasssen

GBK Köln fordert Maximalbeitrag

Von Simon Müller, 04.02.10, 09:44h

Die GBK Köln und die BKK Heilberufe verlangen als bundesweit erste Krankenkassen von ihren Mitgliedern den maximalen Zusatzbeitrag von einem Prozent des Bruttoeinkommens. Er soll rückwirkend zum ersten Januar eingefordert werden.

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Philipp Rösler (Bild: dpa)
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Philipp Rösler (Bild: dpa)
KÖLN - Als bundesweit erste Krankenkassen verlangen die GBK Köln und die BKK Heilberufe von ihren Mitgliedern den maximalen Zusatzbeitrag von ein Prozent des Bruttoeinkommens. Er soll rückwirkend zum ersten Januar eingefordert werden und darf aufgrund der gesetzlichen Beitragsbemessungsgrenze höchstens 37,50 Euro monatlich betragen. In einem Schreiben an ihre rund 30.000 Mitglieder begründete die GBK Köln diesen Schritt mit den hohen Behandlungs- und Arzneimittelkosten. „Wir würden ohne den Zusatzbeitrag nicht über die Runden kommen“, sagt GBK-Vorstand Helmut Wasserfuhr dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Auch die BKK Westfalen-Lippe (23.000 Mitglieder) erhebt einen Zusatzbeitrag, der ab diesem Februar gilt und auf maximal zwölf Euro monatlich festgesetzt wurde. Vorstandschef Willi Tomberger sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“, dies sei sozial gerechter, als die von vielen Kassen wie der DAK und KKH-Allianz geplante Zusatzpauschale von acht Euro. „Wer nur 500 Euro verdient, muss bei uns dann nur fünf statt woanders acht Euro bezahlen.“

Die GBK Köln hatte als erste Krankenkasse bereits ab dem 1. Juli 2009 einen Zusatzbeitrag von pauschal acht Euro von ihren Mitgliedern erhoben. Sie war durch zwei Versicherte in die roten Zahlen geraten, die beide an einer seltenen Bluter-Erkrankung leiden. Die Medikamente zur Behandlung der beide Patienten kosteten allein in den Jahren 2005 und 2006 insgesamt 14 Millionen Euro. Einer der beiden Patienten verließ inzwischen die GBK Köln, für den anderen, einen neun Jahre alten Jungen, habe die Kasse im Jahr 2009 über 2,8 Millionen Euro ausgegeben, sagte Wasserfuhr. „Neben diesen Sonderausgaben sind bei uns die generellen Kosten von Medikamenten und Behandlungen überproportional gestiegen.“

Den Wechsel, von der pauschalen auf die prozentuale Erhebung des Zusatzbeitrages habe die GBK beschlossen, weil das neue Modell gerechter sei - und der Kasse mehr Geld einbringe, so Wasserfuhr. „Zwei Drittel unserer Mitglieder werden dadurch mehr bezahlen.“ Wasserfuhr rechnet damit, dass wie im vergangenen Jahr etwa 1200 GBK-Versicherte, von ihrem Sonderrecht Gebrauch machen, die Kasse wegen der Zusatzpauschale zu verlassen. „Aber ich verstehe die Politik nicht, die den Leuten empfiehlt, einfach die Krankenkasse zu wechseln. Das führt zu Chaos. Jeder Wechsel kostet uns Kassen etwa 25 Euro“, so Wasserfuhr. Massenhafte Wechsel würden das Defizit im Gesundheitsfonds nur noch vergrößern - derzeit beträgt es etwa vier Milliarden Euro.

Unterdessen ermunterte Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) die gesetzlich Versicherten am Mittwoch erneut zum Kassenwechsel. Die Versicherten sollten prüfen, ob das Preis-Leistungs-Verhältnis ihrer Kasse stimme.

Jürgen Körner, Sprecher der BKK Heilberufe (170 000 Mitglieder), begründet den Zusatzbeitrag seiner Kasse damit, dass bei der BKK Heilberufe viele Kosten anfallen würden, die nicht von den Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds abgedeckt seien. „Wir haben zum Beispiel viele junge Frauen bei uns. Normale Schwangerschaften werden aber bei der Verteilung der Gelder nicht erfasst. Wir müssen die Versorgung der Mütter natürlich trotzdem bezahlen“, sagte er dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Eine Pauschale von acht Euro würde nicht ausreichen, um die Ausgaben zu decken. Allein zwei Euro würden davon als zusätzliche Verwaltungskosten wegfallen. Weil die Zusatzbeiträge nicht über den Arbeitgeber abgerechnet werden, sondern direkt an die Kassen gezahlt werden, müssen die Kassen für jedes Mitglied ein eigenes Konto anlegen.

Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände teilte am Mittwoch in Berlin mit, dass die gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2009 insgesamt 27,3 Milliarden Euro für Arzneimittel ausgegeben haben; 5,9 Prozent mehr als im Vorjahr. (mit dpa)



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