Schriftgröße

Karneval

Küssen macht nicht krank

Von Magnus Heier, 07.02.10, 21:04h

Schnupfenviren sind gut zu Karnevalisten: Was die gesundheitliche Seite anbelangt, ist Bützen uneingeschränkt erlaubt. Dass sich in der Zeit trotzdem so viele Menschen erkälten, hat andere Gründe.

Bützchen
Bild vergrößern
Kaum Infektionsgefahr. (Bild: dpa)
Bützchen
Bild verkleinern
Kaum Infektionsgefahr. (Bild: dpa)
Karnevalzeit ist immer auch Schnupfenzeit, schon wegen des Winters. Keine gute Nachricht eigentlich für Jecken. Denn Bützen gehört zum Handwerk. Aber medizinisch kann man - fast - Entwarnung geben. Denn die schnupfenauslösenden Viren werden so gut wie nie von Mund zu Mund übertragen. Aber von Hand zu Hand. Und dann bringt man sie selbst mit dem Finger in die Nase. Der menschliche Körper ist für Schnupfenviren eine fast uneinnehmbare Festung - aber die Nasenschleimhaut ist wie eine Tür, die manchmal weit offen steht.

Nur hier kommen die Viren durch. Grundsätzlich gibt es beim Karneval zwei Risikofaktoren: Kälte und Nähe. Die Kälte wirkt gleich zweifach. Erstens „fühlen“ sich Viren bei Kälte wohler: Sie überleben bei vier Grad ungefähr 30 Tage, bei 30 Grad aber nur fünf Tage. Gut für die Viren, schlecht für ihren Wirt, den Menschen. Außerdem fühlt sich der Mensch bei Kälte unwohl und drosselt die Durchblutung von Armen und Beinen - und die der Nasenschleimhaut. Das wiederum ist riskant, denn nur eine gut durchblutete Nasenschleimhaut kann Viren perfekt abwehren.

Was kann man also tun, um sich vor einem Schnupfen zu schützen? Beim Zoch draußen warm anziehen. Nicht nur Alkohol trinken (der kühlt zusätzlich aus), sondern auch warme Getränke. Das zweite Risiko: Nähe. In geschlossenen Räumen, sprich: Kneipen, stehen die Feiernden auf engstem Raum zusammen - reden, tanzen, flirten. Wer hier niest, verteilt seine Viren gleich auf Dutzende - wobei sich die infektiösen Tröpfchen mit einer Geschwindigkeit von über 150 Kilometern pro Stunde verteilen. Allerdings treffen die Viren nun auf eine abwehrbereite und gut durchblutete Nasenschleimhaut, denn der Raum ist warm, der Mensch friert nicht mehr. Außerdem ist es meist auch noch feucht - was gut für die Schleimhaut ist und schlecht für die Viren. Immer noch riskant allerdings sind die Hände: Sie sind ein zuverlässiges Virenreservoir. Wer Hände schüttelt oder Händchen hält verteilt weiter. Denn es ist fast nicht zu vermeiden, irgendwann mit dem Finger in die Nähe des Nasenlochs zu kommen oder darüber hinaus. Was man tun kann? Hände waschen. Mehrmals am Tag. Interessanterweise lässt sich das Immunsystem auf ganz ungefährliche Weise stimulieren: in der Sauna. Bei Saunagängern scheinen die T-Zellen - ein zentraler Teil der Immunabwehr - leichter stimulierbar zu sein. Das könnte die Erklärung für die häufige Beobachtung sein, dass sich Saunagänger seltener erkälten. Eine gute und sicherlich angenehme Vorbereitung auf den Karneval.



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Orte des Geschehens

große Karte

Anzeige


Extra


Extra



Extra



Medikamenten-Preisvergleich

Immer die besten Preise
Suche nach Name,
Hersteller oder PZN:

Bildergalerien


Aktion


Serie


Kolumne


Extra


Stadtmenschen Community


WAS.WANN.WO.


Dienste