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Schauspielhaus

Alaaf für die Kölner Künstler

Von Peter Berger, 05.02.10, 07:01h, aktualisiert 15.03.10, 12:04h

Kultur und Karneval kämpfen Seite an Seite: Künstler und Karnevalisten mitsamt „Geheimwagen“ haben sich zusammengetan, um für eine Sanierung des Schauspielhauses zu demonstrieren. Und auch der 1. FC Köln hat seine Unterstützung zugesichert.

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Protest gegen den Abbruch des Shauspielhauses: Wolfgang Strobel, Vorsitzender des Kölnischen Kunstvereins. (Bild: Privat)
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Protest gegen den Abbruch des Shauspielhauses: Wolfgang Strobel, Vorsitzender des Kölnischen Kunstvereins. (Bild: Privat)
Köln - Ausgerechnet die Schauspielchefin hat es erwischt. Noch bevor sich der Protestwagen „Ihr seid Künstler und wir nicht“ vor dem Kölnischen Kunstverein in Bewegung setzt, ist Karin Beier abgebrochen. Dabei sollte sie gemeinsam mit den weltbekannten Kölner Künstlern Rosemarie Trockel, Sigmar Polke und Gerhard Richter als überdimensionale Figur von der Hahnenstraße mit einem Protestzug Richtung Schauspielhaus ziehen, um für den Erhalt des Gebäudes zu demonstrieren. „Karin Beier steht wie eine Eins fürs Schauspielhaus, aber die Stange war einfach zu dünn“, sagt Mitorganisator Merlin Bauer („Liebe Deine Stadt“) und versichert: „Bis Rosenmontag kriegen wir das wieder hin.“

ksta.tv: Proteste gegen den Abriss

So tragen die rund 300 Protestierer vornehmlich aus der Kunst- und Kulturszene die Schauspielchefin wie Gallionsfigur vor sich her und ziehen mit vereinten Kräften den „Geheimwagen“ am Neumarkt vorbei Richtung Schauspielhaus. Dieser Protestzug ist auch für das Festkomitee eine Premiere. Kultur und Karneval setzen sich gemeinsam für den Erhalt des Schauspielhauses ein und treffen damit indirekt eine klare politische Aussage.

Festkomitee-Präsident Markus Ritterbach lässt sich die Auftaktveranstaltung im Kunstverein nicht entgehen, und Achim Kaschny, der Präsident der Karnevalsgesellschaft „Schnüsse Tring“, die den Wagen im Rosenmontagszug übernehmen wird, ist stolz auf „die Symbiose zwischen dem Kölner Karneval und der Stimme aus dem Volk“, auch wenn „wir uns nicht aktiv in die Politik einmischen“, sondern den Verantwortlichen lediglich „den Narrenspiegel hinhalten“ wollen.

„Ich werde das Bürgerbegehren gleich unterschreiben“, versichert Zugleiter Christoph Kuckelkorn und hängt sich in die Zugseile, während aus den Lautsprechern das „Mottolied“ der Künstler donnert, angelehnt an die Fan-Gesänge in Fußballstadien: „Ihr seid Künstler und wir nicht. Eure Ahnung ham wir leider nicht. Doch schon bald habt ihr uns beigebracht, wie man aus Geld Scheiße macht.“ Auch der 1. FC Köln hat den Organisatoren des Protestzuges seine Unterstützung zugesichert. „Am Samstag wird der Protestsong beim FC-Spiel auf der Südtribüne gesungen“, sagt Merlin Bauer.

Vor dem Schauspielhaus gibt Stefan Kraus, Direktor des Kunstmuseums Kolumba, ein ehrgeiziges Ziel vor. Die mehr als 23.000 Unterschriften für das Bürgerbegehren sollen so schnell zusammenkommen, dass eine mögliche Volksabstimmung gemeinsam mit der Landtagswahl am 9. Mai stattfinden könnte. „Wir wollen der Stadt helfen, Geld zu sparen“, sagt Kraus mit einem Augenzwinkern. Der wahre Grund dürfte ein anderer sein. Ein Votum gemeinsam mit der Wahl würde dem Bürgerbegehren eine hohe Beteiligung garantieren. Köln sei eine „mittelgroße Stadt, die pleite ist, aber ihren Reichtum nicht erkennt“. Der Neubau des Schauspielhauses sei weiteres Zeichen einer „Maßlosigkeit, die uns neben dem Abriss der Kunsthalle eine U-Bahn beschert, bei der das unausgewogene Verhältnis von Kosten und Nutzen, von Wollen und Können besonders deutlich wird“.



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