Von Joachim Röhrig, 07.02.10, 17:30h, aktualisiert 07.02.10, 17:31h
Viele trieb es auf die Tanzfläche, andere jubelten den britischen Altrockern ganz aus der Nähe vom Bühnenrand aus zu, wieder andere blieben an ihren Tischen sitzen und schwelgten Händchen haltend in Jugenderinnerungen.
Vor allem in diesen Minuten, aber auch vorher und nachher herrschte genau die Stimmung, die sich die Karnevalsgesellschaft ABC und die Agentur „BM Sportevent“ für ihr Fest gewünscht hatten - ein Fest, das zwar von einer Karnevalsgesellschaft mit veranstaltet wurde, aber vom Programm her eher als Alternative zum Sitzungskarneval daherkam und auch unter einem ganz anderen Stern stand: Nach dem großen Erfolg der Vorjahrespremiere mit der „Spider Murphy Gang“ bat die KG ABC wieder zur „Valentins-Party“ - diesmal leicht verfrüht, denn der Festtag der Liebenden fällt diesmal denkbar ungünstig auf den Karnevalssonntag.
Solche kalendarischen Details kümmerten die Gäste aber nur wenig. Sie wollten einfach Partyspaß, und den bekamen sie nicht nur von den „Equals“ geboten. Auch die Nummer zwei im Bühnenprogramm enttäuschte nicht: Bernhard Brink, ein echtes Urgestein der deutschen Schlagerszene, lieferte einen grundsoliden Auftritt ab und wurde von seiner gar nicht so kleinen Fangemeinde lautstark bejubelt. Der Mann aus Nordhorn - inzwischen Ende 50, im Haupthaar leicht angegraut, aber nach wie vor braungebrannt und noch ganz gut bei Stimme - ist ein Phänomen: Seit fast 40 Jahren mischt der ehemalige Stammgast in Hecks Hitparade im Geschäft mit, ohne je einen ganz großen Verkaufserfolg gehabt zu haben. Zu Buche stehen lediglich Dutzende von kleinen Hits. Dennoch ist der Typ irgendwie Kult. Dass Brinks seine neue CD „Schlagertitan“ genannt hat, zeugt ebenso von Sinn für selbstironischen Humor wie sein Eingeständnis vor dem Bergheimer Publikum, dass er sich manchmal wie der Sohn von Jopi Heesters fühle.
Auftritte der Coverband „Abba Magic“, der „Fiesta Brasil“-Sambatanzgruppe und der „Jungen Trompeter“ aus Kerpen rundeten den Partyspaß ab. Er war vor allem auf betuchte Gäste jenseits der 40 zugeschnitten und lockte zur Freude der Organisatoren eben diese Publikumsgruppe in beachtlicher Stärke ins Festzelt.
Dass junge Leute außen vor blieben, war keine Überraschung angesichts eines Programms, in dem Oldies und Schlager dominierten, und eines Ticketpreises von knapp 60 Euro - Buffet und Getränke inklusive.
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