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Kommentar zum Atomstreit

Irans nächste Provokation

Von Tobias Kaufmann, 07.02.10, 21:28h

Der Iran hat die Supermächte auf der Münchner Sicherheitskonferenz vorgeführt. Zuerst zeigte sich Außernminister Manuchehr Mottaki kompromissbereit. Dann ließ Präsident Ahmadinedschad die Bombe platzen.

Mahmud Ahmadinedschad Iran
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Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad (M) inspiziert die Urananreicherungsanlage in Natans. (Bild: dpa)
Mahmud Ahmadinedschad Iran
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Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad (M) inspiziert die Urananreicherungsanlage in Natans. (Bild: dpa)
Wer sich noch unsicher war, welche Seite im Katz- und Maus-Spiel um das iranische Atomprogramm den Überlegenen in der Nahrungskette repräsentiert, den dürfte die Münchner Sicherheitskonferenz endgültig desillusioniert haben. Eigentlich müsste die Weltgemeinschaft, angeführt von den Supermächten USA, Russland, China und den europäischen Eliten Frankreich, Großbritannien, Deutschland, den allein stehenden Iran unter Kontrolle haben. Statt dessen ist es aber umgekehrt: Die Maus überlistet die Katze, wie bei Tom und Jerry. Selten ist die versammelte Sicherheitselite der Welt so vergeführt worden wie an diesem Wochenende vom iranischen Regime. Das diplomatische Desaster der vergangenen Jahre wurde im Schnelldurchgang im Laufe weniger Tage noch einmal durchexerziert.

Erst lässt der Iran Kompromissbereitschaft durchklingen - und erntet Begeisterung, obwohl der Kompromiss hinter allen Mindestanforderungen zurück bleibt. Es folgen Tage des Schwadronierens, in denen der Westen mit Text-Exegese beschäftigt wird. Hat der Iran vielleicht doch nachgegeben? Zeitgleich wird eine Rakete getestet. Verwirrung.

Schließlich knallt die Maus aus Teheran der neugierig gewordenen Katze die Mausefalle auf die Nase, indem sie die nächste Stufe ihres Atomprogramms in Angriff nimmt. Darob fühlt sich die Welt-Elite so brüskiert, dass sie verbal in die Vollen geht. Danach passiert - gar nichts. Bis zur nächsten Episode. Der Unterschied zur US-Zeichentrickserie ist das Geschenk: Am Ende gibt es keine Blumen. Sondern die Atombombe.



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