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Kommentar zu Norbert Röttgen

CDU-Odysseus

Von Joachim Frank, 07.02.10, 22:24h, aktualisiert 07.02.10, 22:25h

CDU-Umweltminister Norbert Röttgen will einen Ausstieg aus der Kernenergie - weil Kernkraftwerke von der Mehrheit der Bürger nicht mehr gewünscht sind. Mit seinem Vorstoß versucht er eins zu verhindern: Dass die CDU eine Volkspartei ohne Volk wird.

Atomrunde Kanzleramt
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Die 17 deutschen Atomkraftwerke in Betrieb laufen vorerst weiter. (Bild: dpa)
Atomrunde Kanzleramt
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Die 17 deutschen Atomkraftwerke in Betrieb laufen vorerst weiter. (Bild: dpa)
Zum Odysseus der CDU taugt Norbert Röttgen allemal: als Ideengeber und Stratege, gerne um das entscheidende Quantum cleverer als andere. Nun zeigt Röttgen, wie er nicht gern gesehen werden will: als Trojanisches Pferd seiner Partei im Umweltministerium, mit dessen Hilfe die Bastion Atomausstieg genommen werden soll.

Dass ihm diese Rolle zugedacht ist, legen die aggressiven Reaktionen auf seine Aussagen nahe, die der Kernkraft in Deutschland keine Zukunft prophezeien. Dabei bewegt sich der Minister damit an der untersten Grenze dessen, was seines Amtes ist: Mensch und Umwelt vor Gefahren zu bewahren. Offenbar brauchen es Röttgens Kritiker ständig neu und schriftlich: Mit der Kernenergie ist die Gesellschaft Risiken eingegangen, für deren mögliche katastrophale Folgen niemand im Ernst die Verantwortung tragen kann, weder technisch noch politisch noch ethisch.

Wer es freilich - wie CDU-Fraktionsvize Michael Kretschmer - als Aufgabe Röttgens und der CDU bezeichnet, für eine monströse Technik „Akzeptanz zu schaffen“, der proklamiert genau das, wovor der Minister warnt: die Volkspartei ohne Volk.



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