Von Christoph Seemann, 08.02.10, 14:48h, aktualisiert 08.02.10, 15:01h
Drei Monate lang hatten sich die rund 150 jungen Künstler zwischen zehn und 20 Jahren darauf vorbereitet. Die meisten von ihnen besuchen regelmäßig die verschiedenen Offenen Türen im Kölner Norden, wo sie für ihre Auftritte in Workshops trainierten. Angeleitet wurden sie zu einem großen Teil von jungen Lehrern, die vor einigen Jahren bei dem Projekt noch selbst auf der Bühne standen und nun ihr Wissen an die nächste Generation weitergaben. Unter anderem waren die OT Werkstattstraße, die OT Lucky´s Haus sowie Schüler der Nordparkschule und der Schule Auguststraße dabei.
„HipHop ist das geeignete Medium, um diese Jugendlichen, die meist aus schwierigen Verhältnissen mit Migrationshintergrund stammen, zu erreichen“, wusste Margret Hees vom Sozialdienst Katholischer Männer (SKM), die das Event schon seit der ersten Stunde koordiniert. So zeigten die Jugendlichen ihren stolzen Eltern und Freunden tatsächlich alle Facetten dieses Lebensstils: Nicht nur standen zahlreiche Rapper auf der Bühne, es gab auch Beatboxer, Breakdancer und die Grafitti-Sprayertruppe „Mittwochsmaler“.
Deren Chef Maurice Kosberg, studierter Pädagoge, betonte, wie wichtig es sei, sich den Jugendlichen durch ein Medium anzunähern, das sie aus ihrem täglichen Leben kennen: „Die Idee ist, eine alternative Ausdrucksform zu bieten, durch die sich die Kinder mitteilen können“, meinte er, und: „Sprayen zu verbieten bringt nichts, aber leider gibt es in Köln viel zu wenig Wände, auf denen legal gesprayt werden darf.“ In anderen Städten, zum Beispiel im Ruhrgebiet, sei das anders. „Deshalb bauen wir uns unsere eigenen Spraywände und nehmen sie zu unseren Auftritten einfach mit.“
Spraywände hatte Hayat, elf Jahre alt, zwar nicht schleppen müssen, ganz schön außer Atem war sie trotzdem, denn sie hatte grade den Auftritt mit ihrer Black-Music-Tanztruppe „Cute and Fresh“ hinter sich: „Am Anfang war ich richtig nervös, aber als es auf die Bühne ging, war alles in Ordnung“, meinte sie. Das stand Tänzerkollegin Elisa, 15, von „Unity Dance“, noch bevor. Doch sie war ganz zuversichtlich: „Das Training im Workshop hat mir geholfen, meine Schüchternheit abzubauen.“ Am Anfang habe sie sich sogar vor den anderen Teilnehmern kaum zu tanzen getraut, aber später habe es ihr Spaß gemacht, auf der Bühne zu stehen. „Ich habe mich jede Woche auf das Training gefreut und habe dadurch auch viele neue Freunde gefunden.“
Das dürfte Margret Hees vom SKM freuen, denn die beiden Ziele des HipHop-Projektes waren schon immer, Selbstbewusstsein bei und Respekt zwischen den Jugendlichen zu fördern: „Die Jugendlichen, die hier schon seit Jahren auf der Bühne stehen, erfahren eine ganz fundamentale Stärkung des Selbstbewusstseins“, meinte sie. „Da bilden sich Leistungsbereitschaft, Konzentration und Durchhaltevermögen, und das nutzt den Jugendlichen dann auch im täglichen Leben.“ Außerdem könnten sie sich durch HipHop mitteilen: „Die Rap-Texte sind Ausdruck der Gefühlswelt der Jugendlichen. Durch diese Texte kann man mit ihnen ins Gespräch kommen.“
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige
22. April 2012,
E-Werk Köln
Foto auf Leinwand günstig vom Testsieger
Werbeagentur Verzeichnis Köln Bonn
Werbeagentur / Internetagentur, Köln
Kfm. Umschulungen + Seminare in Köln
Holzspielzeug gesucht, gefunden, geliebt