Von Christiane Mitatselis, 08.02.10, 21:35h
Und so muss wieder einmal alles ganz schnell gehen. Nach dem Frankfurter Testspiel wird Krupp vier Spieler aus dem 24-köpfigen Kader streichen und mit ihnen am Donnerstag den Flug in die kanadische Westküstenmetropole antreten. Dort stoßen acht Profis, die in Nordamerika spielen zum Team (siehe intergrierte Meldung), dann werden sich alle zusammen im Training - so gut wie es in der kurzen Zeit geht - versuchen, sich auf der kleineren, nordamerikanischen Eisfläche einzuspielen, um sich am Mittwoch mit einem eiskalten Riesen zu messen: In ihrer ersten Partie tritt Krupps Auswahl gegen den übermächtigen Titelverteidiger Schweden an (MEZ, 18.2., 1.30 Uhr). Danach trifft das deutsche Team auf Finnland, den Silbermedaillen-Gewinner von Turin (MEZ, 20.2., 6 Uhr) . Einen Tag später wird die Vorrunde mit der Partie gegen Weißrussland abgeschlossen (MEZ, 21.2, 6 Uhr).
Alles andere als drei Niederlagen für die Deutschen wären eine Überraschung. „Wenn wir überhaupt einen Punkt holen, dann ist das ein Riesenerfolg für uns“, findet der Bundestrainer. Denn wenn Deutschland im Eishockey gegen Teams wie Schweden oder Finnland mit ihren vielen Topstars aus der National Hockey-League (NHL) antritt, dann ist es so, als spiele im Fußball ein Zweitligist gegen einen Champions-League-Favoriten. Die Haupt-Chance des Zwergs im Duell mit dem Riesen, besteht darin, unterschätzt zu werden - und genau darauf hofft Krupp: „Die Schweden werden sich gegen uns warm spielen wollen“, sagt der ehemalige NHL-Profi. „Wir versuchen ein unangenehmer Gegner zu sein, die Räume eng zu machen, diszipliniert und intelligent spielen. Und vielleicht haben wir einen guten Tag und sie einen schlechten.“
Und überhaupt sei es ein Erfolg, dass sich die Mannschaft für das Turnier der zwölf weltbesten Teams qualifiziert habe. „Das ist keine Selbstverständlichkeit im deutschen Eishockey“, findet der Kölner.
Zur Bewältigung der olympischen Aufgabe setzte Krupp bei der Auswahl seiner Spieler vor allem auf Erfahrung und Furchtlosigkeit. „Du kannst keinen jungen talentierten Spieler mitnehmen, der zusammenbricht, wenn er dreimal ausgespielt wird“, sagt er. Fast alle seiner Profis haben in ihrer Karriere zudem schon Erfahrungen auf der kleinen Eisfläche gesammelt, die Profis Jason Holland, Chris Schmidt, TJ Mulock, John Tripp und Rob Zepp sind gebürtige Kanadier mit deutschem Pass. „Wir sind international gut genug, wir brauchen keine Angst zu haben“, meint Krupp.
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