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Olympia

Eishockey mit Rahmenprogramm

Von Christian Oeynhausen, 08.02.10, 21:26h, aktualisiert 09.02.10, 11:00h

Eishockey ist der wichtigste Wettbewerb für das olympische Gastgeberland Kanada - nur die Goldmedaille zählt. Für viele Kanadier sind die Spiele in Vancouver nichts anderes als ein Eishockey-Turnier mit einem bunten Rahmenprogramm aus anderen Sportarten.

Sidney Crosby
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Kanadas Hoffnungsträger: Sidney Crosby, hier nach dem Gewinn des Stanley Cups 2009. (Bild: dpa)
Sidney Crosby
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Kanadas Hoffnungsträger: Sidney Crosby, hier nach dem Gewinn des Stanley Cups 2009. (Bild: dpa)
KÖLN/ VANCOUVER - Weil die Goldmedaille von Salt Lake City 2002 zu den wertvollsten Dingen gehört, die Chris Pronger besitzt, hat sie der kanadische Eishockey-Profi zur Bank gebracht. „Sie liegt in einem Schließfach“, erzählt Pronger, „und sie wartet dort auf einen Freund.“ Einen goldenen Freund, versteht sich. Nichts anderes als der Turniersieg ist für die Männer aus dem Mutterland des Eishockey bei den Olympischen Spielen akzeptabel. Für viele Kanadier sind die Spiele in Vancouver nichts anderes als ein Eishockey-Turnier mit einem bunten Rahmenprogramm aus anderen Sportarten. Schwarzmarktpreise bis zu 6000 Dollar für eine Endspielkarte werden gefordert. Die „Maple Leafs“, zusammengestellt von General Manager Steve Yzerman (44) und Chefcoach Mike Babcock (46) haben den Heimvorteil durch die Zuschauer und die kleine Eisfläche (ansonsten gelten die Regeln des Weltverbandes IIHF). Aber sie haben auch den immensen Druck.

Es geht ums Prestige der National Hockey League (NHL) als beste Liga der Welt und um das Selbstverständnis des siebenmaligen Olympiasiegers als Erfinder, Bewahrer und einzige wirkliche Versteher des Spiels. „Es ist UNSER Spiel“, so drückt es Sidney Crosby aus“. Der Superstar war 2006 vom damaligen Team-Manager Wayne Gretzky nicht mitgenommen worden nach zu den Spielen nach Turin, wo die Kanadier sich als Siebter blamierten. Jetzt ist „Sid the Kid“ mit 22 Jahren schon Stanley-Cup-Sieger mit den Pittsburgh Penguins und in Vancouver Anführer eines verjüngten Teams, dem ein paar Veteranen wie Chris Pronger Ruhe geben sollen.

Als schärfster Rivale der Kanadier werden die Russen erwartet. Alle fiebern einem Duell um Gold zwischen Crosky und Alexander Owetschkin (24), dem Stürmerstar der Washington Capitals. Gewiss kein Zufall, dass der NHL-Spielplan die beiden Stars am Sonntag noch einmal aufeinandertreffen ließ - neun Tage vor dem Turnierstart in Vancouver Olympia und parallel zum Super Bowl der Footballer. Washington gewann 5:4, Owetschkin, Top-Scorer der NHL, schoss drei Tore, Crosby zwei für Pittsburgh. Russlands Coach Slava Bykov hat das Weltmeisterteam der letzen beiden Jahre je zur Hälfte mit NHL-Profis und Spielern aus der einheimischen Liga KHL bestückt.

Als dritter Goldkandidat kommt Titelverteidiger Schweden nach Kanada. Die Skandinavier bringen neben großem Offensiv-Talent wie den Sedin-Zwillingen von den Vancouver Canucks jede Menge Erfahrung an den Start. Für vier Spieler sind es die vierten Olympischen Spiele. Aber auch andere Altstars kommen: Jaromir Jagr bei den Tschechen. Zigmund Palffy bei den Slowaken, Sergej Fedorow bei den Russen sind nur drei Beispiele für die recht hohe Anzahl von Spielern kurz vor oder in ihren 40er Jahren.

„Ich denke, das wird das beste Turnier sein, das je gespielt wurde“, sagt der deutsche Nationalspieler Christian Ehrhoff, der für die Vancouver Canucks spielt und den Canada Hockey Place (19 300 Zuschauer) bestens kennt. In naher Zukunft wird es voraussichtlich kein so gut besetztes Eishockey-Turnier mehr geben. Die National Hockey-League, in der die besten Spieler der Welt aktiv sind, pausiert zum vierten Mal für Olympia. Aber wohl zum letzten Mal. In Sotschi 2014 wollen die Nordamerikaner nicht aussetzen, um das heimische Geschäft der Klubs nicht zu unterbrechen. IOC-Präsident Jacques Rogge kämpft für eine erneute NHL-Pause. Aber NHL-Commissioner Gary Bettman (57) will hart bleiben. Es droht ein großer Krach: Alexander Owetschkin hat schon abgekündigt, dass er auf keinen Fall darauf verzichten werde, bei den Spielen im eigenen Land für die Russen aufzulaufen.



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