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Google

Ein Blick zurück im Zorn

Von Christian Bos, 08.02.10, 22:17h

Deutschland wird digitalisiert: Der Suchmaschinen-Betreiber Google macht für sein Streetview-Projekt derzeit Aufnahmen von deutschen Städten. Berliner Netzaktivisten passt das nicht - per GPS verfolgen sie das Google-Fahrzeug durch die Hauptstadt.

Google-Fahrzeug
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Ein Fahrzeug, das im Auftrag von Google die Berliner Strassen mit einer Spezialkamera filmt, fährt in Berlin auf der Strasse Unter den Linden. (Bild: dpa)
Google-Fahrzeug
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Ein Fahrzeug, das im Auftrag von Google die Berliner Strassen mit einer Spezialkamera filmt, fährt in Berlin auf der Strasse Unter den Linden. (Bild: dpa)
Es geschieht nicht alle Tage, dass die CSU, der Hauseigentümerverband und Berliner Internet-Guerilleros an gemeinsamer Front kämpfen. Doch Google macht es möglich. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) erklärte, gegen die Aufnahmen vorzugehen, die der Suchmaschinen-Gigant derzeit von deutschen Straßenansichten für das „Google Street View“-Projekt machen lässt. Der Hauseigentümerverband forderte, Google müsse vor den Aufnahmen jeden einzelnen Immobilienbesitzer um Erlaubnis fragen.

Währenddessen griffen die Hacker und Medienkünstler vom in New York gegründeten „Free Art and Technology Lab“, kurz F.A.T., zu praktischen Maßnahmen. Nachdem sie das „Street View“-Auto - leicht zu erkennen an der in 2,50 Meter Höhe auf dem Wagendach angebrachten Kamera - in Berlin vor dem Haus der Kulturen der Welt entdeckt hatten, verwanzten sie es kurzerhand mit einem GPS-Gerät. Nun konnte jeder Interessierte die Route des Google-Gefährts per Twitter-Meldung oder auf einer zweiminütlich aktualisierten Karte verfolgen, deren Programmierung sich die Anti-Google-Guerilla pikanterweise bei „Google Maps“ geborgt hat.

Zurückgeguckt

Mit anderen Worten: Der von Google bereits umfassend erfasste Bürger erklomm dank F.A.T. wieder die Beobachtungshöhe gegenüber dem über Hecken und Zäune spähenden US-Konzern. Zumindest symbolisch: Er guckte zurück, von Kreuzberg bis Wedding.

Verbraucherministerin Aigner kündigte nun rechtliche Schritte ihres Ministeriums gegen die „millionenfache Verletzung der Privatsphäre“ durch Google an. Gleichzeitig postulierten die F.A.T.-Aktivisten - anlässlich des Berliner Medienfestivals „Transmediale“ - eine „Fuck Google“-Woche. Es ginge schlicht nicht an, schreibt F.A.T. auf seiner Internetseite, dass die „böse Mutter Google“ derart weite Teile des digitalen Netzwerks kontrolliere. Entsprechend pubertär fielen Teile des Protestes dann aus. Die digitalen Straßenkämpfer stellten unter anderem ein Video von jungen Männern ins Netz, die den Berliner „Streetview“-Wagen mit heruntergelassenen Hosen und erhobenen Mittelfingern empfangen.



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