Von Evelyn Binder, 08.02.10, 21:38h
Im Schnäppchenrausch
Die getesteten Auktionsportale funktionieren im Prinzip alle ähnlich: Anders als bei üblichen Versteigerungsportalen wie Ebay muss bei den getesteten Häusern bereits für das Abgeben eines Gebots eine Gebühr zwischen zehn und 50 Cent an das Auktionshaus bezahlt werden. Es zahlen also auch die, die am Ende leer ausgehen. Erhält man den Zuschlag, kommt die gebotene Summe natürlich noch dazu.
Bei einem einzigen Gebot bleibt es aber in der Regel nicht: Im Schnäppchenrausch böten die Kunden fünf-, zehn-, manchmal sogar bis zu tausendmal, um ein Notebook, iPhone oder auch nur einen besonders schönen Toaster zum vermeintlichen Billigpreis zu ergattern. Dabei überböten sich die Kunden häufig jeweils nur um Centbeträge - dennoch ist für jedes einzelne Gebot eine Gebühr fällig. Am Ende erhält der Meistbietende den Zuschlag. „Nicht selten ist der Gewinner dann trotzdem der Verlierer“, so die Verbraucherzentrale. „Bei Swoopo zahlte ein Kunde in der Auktion inklusive Gebühren 106,30 Euro für einen Toaster“, so die Verbraucherzentrale. „Hätte er den Toaster dort direkt online gekauft, hätte er nur 76,95 Euro zahlen müssen.“
In einer Variante „gewinnt“ der „niedrigste Alleinbieter“ - also der, der auf den niedrigsten Preis tippt, der von keinem anderen Bieter genannt wird. „So können Tausende Gebote ins Leere gehen“, so Tryba. Dieses „Euro-Roulette“ betrieben etwa Hammerdeal und Vipauktion.
„Das Hinterhältige ist, dass bei manchen Anbietern zwar das zeitliche Ende der Auktion angekündigt wird, jedes neue Gebot den Auktionsschluss aber um bis zu 20 Sekunden verlängert“, sagt Tryba. „So kann etwa bei Swoopo »Ende in wenigen Sekunden« stehen, die Versteigerung dann aber noch Stunden weiterlaufen.“ Auf den Sieg versessene Bieter würden so „verführt, immer wieder zu steigern - manche bis zu 500 Mal“, so Tryba. Selbst wenn sie leer ausgehen, könnte sie das am Ende 250 Euro kosten.
Der Gewinner ist: das Auktionshaus. Laut Verbraucherzentrale brachten es Idasworld, Swoopo und Snipster „auf das Dreifache der gängigen Preise für Notebooks und Spielekonsolen“.
Auch wenn Produkte mal zu niedrigeren Preisen abgegeben würden, könnten Verbraucher „nur hoffen, dass bei den Auktionen alles mit rechten Dingen zugeht“, so Tryba: Bei Dealstreet etwa habe der Bieter „Stahlmauer“ das „Glück“ gehabt, bei jeder dritten von 20 Auktionen den Zuschlag zu bekommen. Bei Snipster „sackte der User »Dickewurst« innerhalb kurzer Zeit sogar zehn Mal Waren im Gesamtwert von 3624 Euro ein“. Da gebe es manchmal schon „sehr merkwürdige Zufälle“, so Tryba.
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