Von Frank Nägele, 08.02.10, 21:03h, aktualisiert 09.02.10, 12:13h
„So eine Situation hatten wir schon ewig nicht mehr“, erklärt Präsident Wolfgang Overath, „natürlich müssen wir den Ball flach halten, aber so schwer die Aufgabe auch ist in Augsburg, von der Qualität her brauchen wir uns keine Sorgen zu machen. Alle wissen, wie wichtig dieses Spiel für den 1. FC Köln ist.“
Allerdings ist Wolfgang Overath emotional viel zu nah am Herzen des Vereins, dass er die Träume der FC-Fans nicht kennt: „Ja klar ist das so, wenn du diese schwere Aufgabe bestehst, dann hast du eine Riesenchance, wenn ein Heimspiel kommt und der Gegner nicht Bayern München heißt, und dann . . . Aber wir sollten daran jetzt nicht zu sehr denken, denn Augsburg ist eine wirklich schwere Aufgabe. Das muss man erst einmal schaffen.“ Manager Michael Meier bemüht sich auf ähnliche Weise um Nüchternheit wie sein Präsident: „Wenn man sportlich in der Verantwortung steht, verbietet es sich, zu träumen, denn Träumen bedeutet Schlaf. Für die Anhänger ist das natürlich etwas anders, ihnen ist es unbenommen.“
Das Problem an diesem Traum ist, dass der Gegner denselben hat. Im Pokal sind schließlich alle gleich, Bayern und Fürth, Köln und Augsburg. Wer gewinnt, kommt weiter, mit allen Privilegien. Der Zweitligist aus dem bayerischen Regierungsbezirk Schwaben hat zudem einen Vorteil. Er ist in der Position des Außenseiters. „Als wir bei der Auslosung das Heimrecht bekamen, haben wir das erste Mal gejubelt“, sagt sein Andreas Rettig, der zwischen 2002 und 2005 am Geißbockheim verantwortlich war. „Als dann das Los mit dem 1. FC Köln kam, haben wir ein zweites Mal gejubelt. Und ob wir am Mittwochabend ein drittes Mal jubeln, werden wir sehen.“ Dass die Kölner mit ihrer humorlosen Art die gesamte Saison über auswärts gefährlicher waren als im eigenen Stadion, stört Rettig nicht. „In diesem Fall nehme ich das gerne in Kauf, mir ist der Heimvorteil wichtiger. Außerdem haben wir zuhause im Pokal Freiburg ausgeschaltet und Duisburg rund gespielt, zuhause sind wir richtig gut.“
Andreas Rettig ist nicht der einzige ehemalige Kölner, der den Traum seines Ex-Klubs zerstören will. Trainer Jos Luhukay war zwischen 2002 und 2005 Assistent von drei Cheftrainern beim FC: Friedhelm Funkel, Marcel Koller und Huub Stevens. Der Aufstieg des FC Augsburg bis auf Rang drei der Zweiten Liga ist eng mit seinem Namen verbunden. „Er ist ein absolut loyaler Trainer, dem der Blick auf das Ganze wichtiger ist als kurzfristige Entwicklungen“, lobt Rettig, „und wenn es einen Spezialist für Aufstiege gibt, dann ist es Jos Luhukay. Er hat das mit dem 1. FC Köln zweimal geschafft und 2008 als Cheftrainer mit Mönchengladbach noch einmal.“
Augsburgs Kader ist gespickt mit ehemaligen Erstligaspielern und Kölnern. Andrew Sinkala, Imre Szabics, Marcel Ndjeng und Roland Benschneider waren allesamt FC-Profis oder Amateure. „Die kennen alle den 1. FC Köln und sein In nenleben, ihnen brauchen wir nichts zu erzählen“, erzählt Michael Meier, der schon genügend Pokalspiele erlebt hat, um zu wissen, was da geschehen kann - vom Triumph in der Champions League bis hin zum Aus in der ersten Runde bei einem Amateurverein eigentlich alles. „Es können immer Situationen entstehen, mit denen keiner rechnet, außerdem hat Augsburg eine richtig starke Mannschaft und einen guten Kader und sie sind auf dem Sprung in die erste Liga. Wir müssen sehr aufpassen.“ Schließlich geht es um viel Geld. 1,75 Millionen Euro sind alleine durch das Weiterkommen garantiert, dazu kommen im Halbfinale anteilig die Zuschauereinnahmen, also insgesamt deutlich über zwei Millionen Euro. Geld, das der FC brauchen kann, Geld, das er aber schon ein wenig einkalkuliert hat. „Wir haben bei der Planung unseres Etats bereits ein wenig gehofft und sind ein kalkuliertes Risiko eingegangen, insofern sind die Pokaleinnahmen wichtig“, sagt Kölns Geschäftsführer Claus Horstmann, den der Einzug ins Halbfinale noch ein wenig ruhiger schlafen ließe. Allerdings hatte er in seiner Eigenschaft als Aufsichtsratsvorsitzender des Handball-Klubs VfL Gummersbach eine komische Erscheinung. Der VfL hat den haushohen Favoriten Kiel 35:28 aus dem Viertelfinale des DHB-Finales geworfen. „So sehr ich mich gefreut habe“, gesteht Horstmann, „so erschreckend ist mir klar geworden, was im Pokal alles passieren kann.“
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Das Ergebnis
11.02.2010 | 10.06 Uhr | kischfwm
zeigt, null zu eins gestern abend gegen Augsburg, der Ball ist eben rund, und zu einer Mannschaft gehören eben nicht nur zugekaufte sondern Beisser,…
Ich kann Sports-Freund...
10.02.2010 | 10.41 Uhr | bm9950
sehr gut verstehen, denn was sollte er am Ende der Saison noch schreiben, wenn der Abo-Vize mal wieder ohne Titel und der FC mit einem da stehen…
nochmal @Kelvin
09.02.2010 | 14.59 Uhr | inköllejebore
Wann ist ein Verein groß? Jedenfalls nicht, wenn man mal an erster Stelle der Liga steht. Ich glaube in Spanien hat kürzlich ein Vereinsmanager…
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