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Langzeittest

Der Paketkurier fährt voll unter Strom

Von Jörk Böhnk, 09.02.10, 18:17h, aktualisiert 09.02.10, 18:27h

Seit Herbst 2009 erprobt UPS den Klein-Lkw mit Elektromotor in Köln. Nach knapp 5000 Kilometern zieht der Test-Fahrer Theo Senker eine Bilanz. Den geringen Geräuschpegel des Autos sieht er nicht als bedingungslosen Vorteil.

UPS-Transporter
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Der UPS-Transporter mit Elektro-Motor. (Bild: Grönert)
UPS-Transporter
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Der UPS-Transporter mit Elektro-Motor. (Bild: Grönert)
Theo Senker
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Theo Senker unterwegs auf der Richard-Wagner-Straße Richtung Rudolfplatz. Absolut alltagstauglich, so sein Urteil. (Bild: Grönert)
Theo Senker
Innenstadt - Mit einem Summen biegt der Elektro-Transporter um die Ecke - am Steuer Theo Senker, der nach fünf Monaten Praxistest immer noch staunt über sein leises Vehikel: „Das Gebläse ist lauter als der Motor.“ Und er erzählt schmunzelnd von einer Politesse, die ihn wegen des fehlenden Stempels für die Abgas-Sonder-Untersuchung auf dem Kennzeichen ermahnte: „Sie sah einfach nicht ein, dass sie keinen Diesel vor sich hatte.“ Seit Herbst 2009 erprobt der United Parcel Service (UPS) den Klein-Lkw mit dem Elektromotor in Köln. Nach knapp 5000 Kilometern zieht Senker kurz und bündig die Bilanz: „alltagstauglich“.

In der Ossendorfer UPS-Logistik-Zentrale mit 437 Beschäftigten starten jeden Tag 105 Diesel-Transporter zu Kurierfahrten - und der in Großbritannien hergestellte Elektro-Lkw der Marke „Modec“. Senkers Einsatzgebiet ist die Innenstadt, in der er pro Tag 45 bis 50 Kilometer zurücklegt. „Der Wagen mit Automatik-Getriebe fährt sich angenehm“, lobt der 48-Jährige den Modec, mit dem nur er unterwegs ist. „Die anderen Kollegen hatte keine Lust dazu.“ Das Auto sei nicht nur leise, sondern auch schnell („Der geht gut ab“) und wendig („Damit komme ich auch in engen Straßen gut durch“). Nur eine Panne hatte er bislang. Das Differenzial fiel aus. Senker: „Da musste ein Mechaniker aus England kommen.“ Und er bemängelt, dass die Heizung nicht so effektiv arbeitet wie bei einem Auto mit Verbrennungsmotor.

Spartanisch wirkt das Cockpit des Transporters: In der Wagen-Mitte eine graue Plastik-Konsole mit Tacho und Batterie-Anzeige, darunter Schalter für Fensterheber, Warnblinker und Innenbeleuchtung, der digitale Fahrtenschreiber und links neben dem Lenker der Automatik-Hebel.

Motor nahezu geräuschlos

Bei Vollgas - auf der Autobahn von Ossendorf ins Zentrum - verbraucht der „Modec“ die meiste Energie - im Stop- und Go-Verkehr in der City ist er sparsam, weil Brems-Energie zurückfließt in die Ladung der Batterien. „Der Wagen ist ideal für den Stadtbetrieb. Allerdings muss Senker besonders konzentriert sein, weil das Auto nahezu geräuschlos ist: „Fußgänger oder Fahrrad-Fahrer hören mich oft nicht und erschrecken, wenn ich ihren Weg kreuze.“ Durchweg positiv reagieren Kunden auf das ungewöhnliche Auto. Senker: „Sie fragen vor allem nach technischen Daten.“

Da ein serienreifes deutsches Fabrikat auf dem Markt nicht zu haben ist, kaufte UPS den „Modec“ in England - zu einem Preis, den das Unternehmen nicht nennt. UPS-Pressesprecher Georg Leusch weist jedoch darauf hin, dass ein vergleichbarer Diesel-Transporter knapp 60.000 Euro kostet.

Das Projekt, das auch in fünf weiteren deutschen Städten läuft, ist zeitlich nicht befristet. Ob weitere Elektro-Autos bei UPS erprobt werden, ist laut Leusch zur Zeit nicht absehbar. Mit der Erprobung alternativer Antriebe hat der Konzern seit langem Erfahrung. So zählen zum allgemeinen Fuhrpark zahlreiche Hybrid- und Erdgas-Modelle. Generalbevollmächtigter Stefan Schürfeld sieht UPS in einer Vorreiter-Rolle: „Gerade für die Mobilität in Ballungsgebieten spielen Emissions- und Lärmreduzierung eine immer bedeutendere Rolle.“



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