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Gesundheitsvorsorge

Qiagen wächst weiter zweistellig

Von Willi Feldgen, 09.02.10, 20:04h

Jedes Jahr erkranken viele Menschen aufgrund schlechter Präventionsmaßnahmen. Testentwickler des Konzerns Qiagen aus Hilden fordern jetzt Vorrang für die Vorsorge, denn nur 1,5 Prozent der deutschen Gesundheitskosten werden auf Prävention verwandt.

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Das europäische Hauptquartier und die operative Zentrale von Qiagen Deutschland in Hilden. (Bild: WE)
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Das europäische Hauptquartier und die operative Zentrale von Qiagen Deutschland in Hilden. (Bild: WE)
DÜSSELDORF/HILDEN – „Chronische Erkrankungen rollen in den nächsten 15 bis 30 Jahren wie ein Tsunami auf uns zu“, sagte der Chef des Biotechnologieunternehmens Qiagen, Peer Schatz, bei der Bilanzvorlage in Düsseldorf. Der Staat werde dieses Problem nicht lösen können. Es würden viel zu viele Menschen krank, die nicht erkranken müssten, sagte Schatz. Schuld daran sei, dass zwar viel Geld für die Behandlung kranker Menschen ausgegeben werde, aber zu wenig in die Prävention gesteckt werde - etwa zur Feststellung des individuellen Erkrankungsrisikos, was die Effizienz von Vorsorgeprogrammen erhöhen würde. Nur 1,5 Prozent der deutschen Gesundheitskosten entfielen auf die Informationsgewinnung zur Gesundheitsvorsorge, sagte Schatz. In dieser Frage ginge es ihm weniger um sein Unternehmen als um den gesundheitspolitischen Ansatz.

Qiagen entwickelt und vertreibt Verfahren zur Isolierung von Erbmaterial sowie Geräte und Tests zum Nachweis von und zur Prävention vor Krankheiten. Das Unternehmen bezeichnet sich als weltweit führender Anbieter von Probenvorbereitungs- und Testtechnologien.

Das Unternehmen mit Holdingsitz in den Niederlanden hat seinen Umsatz 2009 um 13 Prozent auf 1,01 Milliarden US-Dollar (730 Millionen Euro) gesteigert. Der Nettogewinn stieg sogar um 22 Prozent auf knapp 200 Millionen Dollar. Das Unternehmen mit operativer Zentrale im rheinischen Hilden bilanziert in Dollar, weil es zunächst in den USA an die Börse gegangen war.

In Hilden, wo Qiagen auch Basistechnologien entwickelt, ist das Unternehmen hinter 3M größter Arbeitgeber und Gewerbesteuerzahler. Allein 2009 wurden dort 150 neue Mitarbeiter eingestellt. Gut 1000 der weltweit 3500 Mitarbeiter arbeiten jetzt dort. Bis Ende 2010 wird der Standort Hilden für 27 Millionen Euro ausgebaut.



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