Von Marion Eickler, 10.02.10, 14:38h
An dieser Versammlung nahm auch Christian Schirmer vom Parteivorstand der Kölner Grünen teil. Er war nach eigener Aussage gekommen, um zu verstehen, warum seine Parteikollegen im Stadtbezirk so auf der Ablehnung des vorliegenden Bebauungsplanentwurfs beharren, während die Grünen-Ratsfraktion ihn befürwortet. Im Anschluss an die gut zweistündige Aussprache sagte er: „Die Hälfte ihrer Argumente hätte schon gereicht, um es den Grünen schwer zu machen, weiter für den Bebauungsplan zu stimmen. Ich werde in ihrem Sinne auf Stadtebene vortragen, um hoffentlich noch ein Umdenken in der Grünen-Ratsfraktion zu bewirken.“
Die Anwesenden applaudierten und schöpften Hoffnung, dass sich das Ruder noch herumreißen lässt und es nicht zu einem Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan kommt. Denn das Vorhaben würde ihrer Ansicht nach nicht zur umliegenden kleinteiligen dörflichen Bebauung passen, außerdem die als Naturdenkmäler ausgewiesenen Bäume auf dem Gelände in ihrer Gesundheit bedrohen und die Hangkante zwischen der Nieder- und der Mittelterrasse es Rheins zerstören. Sie bevorzugen nach wie vor eine Bebauung des Areals entsprechend der ersten Bauvoranfrage, die die Pandion gestellt hatte, bevor die Idee entstanden war, abzubrechen und komplett neu zu bauen. Damals war vorgesehen, das eigentlich ungeliebte DEG-Gebäude um drei Geschosse zurückzubauen und auch zu Wohnzwecken anzubieten, und nördlich der Herrigergasse vier einzelne Wohnhäuser zu errichten.
Bisher aber scheint es keine Gespräche zwischen Schirmer und seiner Ratsfraktion gegeben zu haben. Anfang dieser Woche meinte die Fraktionsvorsitzende der Kölner Grünen und stellvertretende Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses, Barbara Moritz: „Schirmer hat mit der Ratsfraktion noch nicht gesprochen.“
Moritz befürwortet weiterhin eine Neubebauung des gesamten Geländes als die städtebaulich bessere Lösung gegenüber einem Rückbau des DEG-Gebäudes um drei Geschosse. „Das DEG-Gebäude ist und bleibt die eigentliche städtebauliche Sünde, die es wieder gut zu machen gilt“, so Moritz.
Die Gegner des Bebauungsplans hingegen setzen auch auf ein Schreiben der Bezirksregierung, mit dem diese die Untere Landschaftsbehörde ermächtigt, die „einstweilige Sicherstellung“ der Hangkante zwischen mittlerer und unterer Rheinterrasse parallel zum Alten Militärring zu betreiben. Eine solche Sicherstellung gilt für maximal drei Jahre und ist zwingend notwendig, wenn der Rat eine „Unterschutzstellung“ als Naturdenkmal will.
Der Chef der Pandion, Reinhold Knodel, interpretiert das Schreiben ganz anders und sagt: „Vor einem Jahr noch hatte die Untere Landschaftsbehörde kein Interesse an dieser Hangkante. Und die Bezirksregierung spielt mit ihrem Schreiben lediglich einen Ball zurück, den sie nicht aufnehmen will. Denn die Forderung der Unterschutzstellung zum jetzigen Zeitpunkt ist ein durchsichtiges Manöver, ein letzter Versuch, den Bebauungsplan zu kippen.“
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