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Olympia-Übertragung

Munterer Trickfilm-Biber

Von Uwe Spoerl, 17.02.10, 23:14h, aktualisiert 17.02.10, 23:34h

Mit beeindruckenden Landschaftsaufnahmen in HD halten die Öffentlich-Rechtlichen die Olympia-Zuschauer bei Laune. Zumindest bislang hat das ZDF die Nase vorn. Das liegt auch am Trickfilm-Biber und erweckenden Sounds.

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Die HD-Regie des MDR ist für die Übertragung der hochauflösenden Bilder zuständig. (Bild: MDR)
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Die HD-Regie des MDR ist für die Übertragung der hochauflösenden Bilder zuständig. (Bild: MDR)
Was die Bilderflut angeht, schöpfen beide öffentlich-rechtliche Kanäle an der kanadischen Westküste wahrlich weidlich aus dem Vollen. Das liegt vor allem an der landschaftlich spektakulären Lage der aktuellen Olympia-Region. Ein wunderbares Mittel gegen die Zeitverschiebung. Die Augen bleiben einfach wacher, wenn sie zwischen den Wettbewerben mit Luftbildern über Küstenberge, Fjorde, Wolkenkratzer schweben.

Das ZDF-Team stieg gar gemeinsam mit Michael Bublé ins Wasserflugzeug, um sich bei einem Rundflug von ihm seine Heimatstadt erklären zu lassen - singt er doch auch den offiziellen Olympiasong des Zweiten. Bryan Adams, auch er Kanadier, übernahm den entsprechenden Job für die ARD. Sein „One World, One Flame“ klingt ähnlich weichgespült wie Bublés „Hold On“. Nicht nur die beiden Melodien ähneln einander sehr, auch sonst sind die Unterschiede in der Präsentation der beiden Programme marginal. Es wirkt fast schon trotzig, wie das ZDF sein Dauerlogo links und „live“ in Kleinbuchstaben einblendet, während die ARD rechts und groß schreibt. Das hilft wenigstens, Moderatoren wie Gerd Delling und Sven Voss nicht miteinander zu verwechseln.

In der olympischen Startphase hat das ZDF bei der Inszenierung immerhin die Nase leicht vorn: Infografiken und Bildlayout wirken klarer, übersichtlicher, ja auch munterer, wozu durchaus der Trickfilm-Biber beiträgt, wenn er Texttafeln ins Bild zieht. Synthetische ZDF-Sounds für Medaillen und Tabellen setzen zusätzliche Akzente, indem sie dösende Zuschauer immer wieder vom Sofa aufschrecken.

Weniger verspielt

Doch die Spiele sind ja noch jung. Also könnte es durchaus sein, dass sich ein Übermaß solcher Effekte im Lauf der beiden Olympiawochen abnutzt und die weniger verspielte ARD-Präsentation im Schlussspurt zum Punktsieger wird. Ob das der Mainzer Biber ahnt, der seine Auftritte zur Wochenmitte etwas reduziert hat? Schließlich geht es hier nicht um Schnickschnack. Was wirklich hängen bleibt von so einem Event, sind neben den Wettkämpfen vor allem zu Herzen gehende Beiträge wie der Bericht über Kanadas Freestyle-Goldmedaillengewinner Alexandre Bilodeau und seinen behinderten Bruder im ZDF. Ganz entscheidend tragen dazu natürlich Spitzenkräfte wie die überzeugend präsente Katarina Witt bei. Sie bereicherte in den ersten Tagen das Team des Ersten. Nebenher twitterte die Witt auch noch locker über ihre Erlebnisse im Hotelfahrstuhl: „Beste Kontaktbörse - gerade heißen Draht zum Kanadischen Hockey-Team aufgebaut“ So muss es sein: immer locker.

„Locker“ ist zweifellos der Shootingstar unter den aus Kanada gesendeten Wörtern. Kaum ein Athlet, Trainer oder Kommentator ließ es aus. Locker unverkrampft, so wurde die Neuner Erste im Biathlon. Und ganz locker müsse man es sehen, wenn beim Eislauf aus vermeintlich sicherem Gold eine Silbermedaille werde, appellierte Wolf-Dieter Poschmann. Nur ließ derselbe jede Lockerheit vermissen, als er die Siegerehrung der Damen übertragen sollte, dann aber „die Meriten dieser drei jungen Männer“, die der Reporter offenbar nicht kannte, geehrt wurden. Immerhin, das Schweigen der Männer zur Zeremonie offenbarte, wie inbrünstig die Kanadier jede Medaille zelebrieren. Da ist dann natürlich Schluss mit locker.



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