Gleich zweimal fuhren Autos in den Jägerzaun. (Bild: Meisen)
Gleich zweimal fuhren Autos in den Jägerzaun. (Bild: Meisen)
Kerpen -
Die Fahrer haben dann einfach das Weite gesucht, ohne für den Schaden gerade zu stehen. Jetzt reicht es Anwohner Klaus Rocholl: Er hat die Stadt Kerpen aufgefordert, den Schaden zu übernehmen und droht ansonsten damit, „die Rechtsanwaltskarte“ zu ziehen. Schon seit längerem liegt Rocholl wegen der Verkehrssituation in seinem Wohngebiet im Clinch mit der Stadtverwaltung. Denn die einst ruhige Danziger Straße werde ebenso wie die Hermann-Löns-Straße zunehmend durch den Verkehr zum S-Bahnhof und dem dortigen Einkaufszentrum belastet. Rocholl hat deshalb auch schon einmal Unterschriften in der Nachbarschaft gesammelt, um eine Verkehrsberuhigung oder eine Einbahnstraßenregelung durchzusetzen. Bislang ist daraus aber noch nichts geworden. Immerhin hat es aber ein Bürgerforum gegeben, wo die Probleme einmal erörtert worden sind. Damals ist verabredet worden, erstmal die Geschwindigkeiten auf der Straße zu messen und dann daraus gegebenenfalls Konsequenzen zu ziehen. Rocholl wirft der Stadt jetzt Untätigkeit vor. So sieht es auch seine Frau Ingrid Köhler-Rocholl. „Das ist eine blöde Ecke hier.“ Denn die Hermann-Löns-Straße geht in einer 90-Grad-Kurve in die Danziger Straße über. Genau auf der Ecke wohnen die Köhlers, was die beiden Unfälle erklärt. Gleich nebenan, auf einem städtischen Grundstück, ist im Januar auf trockener Straße ein Autofahrer in ein Wäldchen gefahren, sein Wagen mähte dabei sogar einen Baum um. Die Stadt prüft nun die Vorwürfe und spricht den Rocholls schon mal ihr Bedauern wegen des beschädigten Jägerzauns aus. Übernehmen werde sie den Schaden aber nicht, sagt Detlef Geratz von der Verwaltung. Die Stadt habe innerhalb geschlossener Ortschaften nur eine Räum- und Streupflicht an verkehrswichtigen und gefährlichen Stellen. Dazu zähle die Ecke Danziger Straße / Hermann-Löns-Straße nicht. Deshalb müssten die Autofahrer hier ihre Geschwindigkeit anpassen und entsprechend vorsichtig fahren. Zudem werde man die im Bürgerworkshop verabredeten Geschwindigkeitsmessungen demnächst durchführen, wenn wieder „normale“ Straßenverhältnisse herrschten.