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Gedenken

Ein Teil von etwas Großem

Von Martin Boldt, 21.02.10, 18:09h, aktualisiert 21.02.10, 18:19h

Für die neue Friedens-Gedenkstätte neben dem ehemaligen KZ Auschwitz haben Menschen in aller Welt begonnen, Steine zusammenzutragen. So soll sich bald auch ein Teil des Kölner Doms zu einem prominenten Kreis gesellen.

Dom-Stein
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Ein Dom-Stein für das Friedensdenkmal in Auschwitz: (v.l.) Janusz Marszalek, Janusz Mlynarski und Manfred Melzer. (Bild: Grönert)
Dom-Stein
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Ein Dom-Stein für das Friedensdenkmal in Auschwitz: (v.l.) Janusz Marszalek, Janusz Mlynarski und Manfred Melzer. (Bild: Grönert)
Köln - Ein riesiger, künstlicher Hügel - 35 Meter hoch, knapp 120 Meter im Durchmesser und mit einem Tor auf seiner Spitze, das von einem unaufhörlich brennenden Licht illuminiert wird - so soll die neue Gedenkstätte neben dem ehemaligen KZ Auschwitz einmal aussehen. Der Initiator dieses symbolträchtigen Gedenkprojektes ist der polnische Professor und ehemalige KZ-Häftling Jozef Szajna. Er starb im Jahr 2006, doch seine Vision lebt weiter: In aller Welt haben die Menschen begonnen, Steine zusammenzutragen. Auch in Köln. Für eine feierliche Übergabe eines Teils des Kölner Doms empfingen Weihbischof Manfred Melzer und Ernst Brück vom Malteser Hilfsdienst am Wochenende den Präsidenten der Stadt Oswiecim, Janusz Marszalek, in der Dombauhütte.

„Steine sind trotz ihrer Verwitterung immer noch die besten Symbole, dass etwas für immer bestehen bleiben soll“, sagte Melzer und freute sich, dass nun auch ein Stein von dem Material, aus dem die Fassade und die Domtürme gestaltet wurden, Teil des großen Gedenkprojektes in Oswiecim, wie Auschwitz heute heißt, wird.

„Anders als die Überreste des Lagers, die irgendwann vielleicht verschwinden werden, wird es bei diesem Hügel nicht mehr möglich sein, ihn abzutragen“, betonte der Bischof. Auch Marszalek erläuterte die Botschaft hinter dem Bauwerk: „Wir wollen vor allem jungen Menschen die Ereignisse von damals bewusst machen und dafür kämpfen, dass die Welt menschlicher wird. Es lohnt nicht, Schlimmes, Wut und Hass zu verbreiten, denn die Opfer gibt es immer auf beiden Seiten.“

Ehrengast bei der Übergabe war Dr. Janusz Mlynarski. Der 87-Jährige ist einer der letzten Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz. In einem bewegenden Moment nahm er den verzierten Stein entgegen, küsste ihn und sprach von einer „großen Ehre“.

Der Dom-Stein wird sich nach seiner Reise zu einem prominenten Kreis gesellen: Neben einer Vielzahl an Steinen aus anderen deutschen Sakralbauten gehören bereits ein Exemplar aus Hiroshima und zwei Teile der Klagemauer aus Jerusalem zu der Sammlung. Wann der „Hügel der Erinnerung und Versöhnung“ fertig gestellt sein soll, steht noch nicht fest. „Gutes braucht seine Zeit“, sagt Marszalek. Da die Baugenehmigungen jedoch schon ausgestellt sind, eine Grundsteinlegung bereits stattgefunden hat und in dieser Woche die Gründung einer Stiftung erfolgt, gibt er sich zuversichtlich.



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