Von Martin Boldt, 21.02.10, 18:09h, aktualisiert 21.02.10, 18:19h
„Steine sind trotz ihrer Verwitterung immer noch die besten Symbole, dass etwas für immer bestehen bleiben soll“, sagte Melzer und freute sich, dass nun auch ein Stein von dem Material, aus dem die Fassade und die Domtürme gestaltet wurden, Teil des großen Gedenkprojektes in Oswiecim, wie Auschwitz heute heißt, wird.
„Anders als die Überreste des Lagers, die irgendwann vielleicht verschwinden werden, wird es bei diesem Hügel nicht mehr möglich sein, ihn abzutragen“, betonte der Bischof. Auch Marszalek erläuterte die Botschaft hinter dem Bauwerk: „Wir wollen vor allem jungen Menschen die Ereignisse von damals bewusst machen und dafür kämpfen, dass die Welt menschlicher wird. Es lohnt nicht, Schlimmes, Wut und Hass zu verbreiten, denn die Opfer gibt es immer auf beiden Seiten.“
Ehrengast bei der Übergabe war Dr. Janusz Mlynarski. Der 87-Jährige ist einer der letzten Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz. In einem bewegenden Moment nahm er den verzierten Stein entgegen, küsste ihn und sprach von einer „großen Ehre“.
Der Dom-Stein wird sich nach seiner Reise zu einem prominenten Kreis gesellen: Neben einer Vielzahl an Steinen aus anderen deutschen Sakralbauten gehören bereits ein Exemplar aus Hiroshima und zwei Teile der Klagemauer aus Jerusalem zu der Sammlung. Wann der „Hügel der Erinnerung und Versöhnung“ fertig gestellt sein soll, steht noch nicht fest. „Gutes braucht seine Zeit“, sagt Marszalek. Da die Baugenehmigungen jedoch schon ausgestellt sind, eine Grundsteinlegung bereits stattgefunden hat und in dieser Woche die Gründung einer Stiftung erfolgt, gibt er sich zuversichtlich.
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