Schriftgröße

Chorweiler-Nord

Vorbei die Zeiten der Finsternis

Von Oliver Görtz, 24.02.10, 18:51h, aktualisiert 24.02.10, 18:55h

Die S-Bahn-Haltestelle Chorweiler-Nord wird saniert und erhält ein luftig-leicht wirkendes Glasdach. Die Arbeiten sollen in den kommenden Wochen abgeschlossen sein. Bisher galt die Station eher als „Angst-Raum“.

Chorweiler-Nord
Bild vergrößern
Viel Tageslicht scheint durch die bunten Scheiben des neuen Dachs, das sich über dem Zugang der Haltestelle Chorweiler-Nord spannt. (Bild: Görtz)
Chorweiler-Nord
Bild verkleinern
Viel Tageslicht scheint durch die bunten Scheiben des neuen Dachs, das sich über dem Zugang der Haltestelle Chorweiler-Nord spannt. (Bild: Görtz)
Chorweiler - Die unterirdische S-Bahn-Haltestelle Chorweiler-Nord galt als „Angst-Raum“, also als ein Ort, den man nur mit einem mulmigen Gefühl betritt. Hier war es düster; die Fahrgäste vergruben sich aus Furcht vor kriminellen Übergriffen in ihre Mäntel und schauten starr auf die Gleise, während sie ihre Bahn herbeisehnten, um dem unwirtlichen Betonschlauch schnellstens entfliehen zu können. Nach der Umgestaltung der Station, die einst in einer Studie der Deutschen Bahn zur tristesten Haltestelle im gesamten Netz der Bundesrepublik erkoren wurde, könnte dies tatsächlich anders werden. Die Arbeiten sollen in den kommenden Wochen abgeschlossen sein.

Der nördliche der beiden Zugänge hat bereits ein fast fertig gestelltes neues Dach: Eine luftig-leicht wirkende Konstruktion aus Stahl und bunten Glasscheiben, die bei Sonneneinfall farbige Rechtecke bis hinunter auf den Bahnsteig wirft. Vorbei die Zeiten der Finsternis, als ein heruntergekommener rostiger Dach-Deckel, in dem auch noch direkt über den Köpfen der Fahrgäste etliche Tauben nisteten, kaum Licht in die Haltestelle ließ. Der südliche Zugang ist noch nicht ganz so weit; er soll jedoch noch in diesem Frühjahr vollendet werden.

Dann soll auch der unterirdische Bereich saniert sein. Hier bestand ebenfalls massiver Handlungsbedarf. Regenwasser voller Rostpartikel aus dem maroden Dach rann über Stufen und Handläufe der Rolltreppen bis zum Bahnsteig, um sich dort in Pfützen mit Taubenkot zu vermischen. Die Bänke wurden immer wieder demoliert, bis die Bahn kaum noch welche aufstellte und die Wände nach immer neuen Kritzeleien einfach nur noch grau überstreichen ließ. Nun sind die technischen Einrichtungen wie etwa eine Videoüberwachungsanlage bereits installiert, auch die Brandschutzarbeiten sind abgeschlossen. Das triste Grau der Wände am Bahnsteig soll fröhlichen Farben weichen. Anwohner werden sie gestalten, wie Hans-Martin Ellerbrock, Sozialraumkoordinator des Bezirks Chorweiler der Bezirksvertretung bei deren jüngsten Sitzung erläuterte. Auf einem freundlichen Hintergrundanstrich werden insgesamt 16 fast mannshohe Bildtafeln hängen. Die bunten, quadratischen Bilder zeigen teils Motive aus dem Stadtteil. Gefertigt werden sie - unter künstlerischer Aufsicht - von Anwohnern aus drei Generationen.

Beteiligt sind hier unter anderem die Waldorfschule, das Jugendzentrum Northside, das Künstlernetzwerk Chorweiler-Art und die Stadtteilwerkstatt. Insgesamt sind zehn örtliche Institutionen involviert. Diese Gruppen und Einrichtungen engagieren sich zumeist auch im „Initiativkreis S-Bahn“, der sich bereits seit 2004 in Verhandlungen mit der Deutschen Bahn und der Stadt darum bemüht, die verwahrloste Haltestelle schöner und sicherer zu machen.

„Da viele unterschiedliche Bevölkerungsschichten in die Gestaltung einbezogen werden, dürften später alle die neue Station annehmen“, sagte Ellerbrock. Wer selbst für „seine“ Haltestelle Hand anlege, fühle sich auch für sie verantwortlich, ergänzte der Sozialraumkoordinator.



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Orte des Geschehens

große Karte

Anzeige


Umfrage

Mehr autofreie Zonen für Köln?
Der Platz vor der Eigelsteintorburg ist schon autofrei, nun soll der Chlodwigplatz folgen. Auch für den Neumarkt schlägt der Masterplan vor, eine Seite für den Verkehr zu sperren. Ist das sinnvoll?


Special


Anzeige




Modisch aufgefallen


Junge Zeiten


Bildergalerien


Termine

Veranstaltungssuche

 

Veranstaltungs-Tipps

Manic Street Preachers

22. April 2012,
E-Werk Köln

 

Neue ksta.tv-Videos aus Köln




Offene Schulen


Top-Links (Anzeige)



Weitere Serien


ksta shop


Aktuelle Verkehrsinfos


Service


Mein ksta.de


ksta.de auf Facebook

KSTA auf Facebook

Aktion


Aktion



Hintergrund


Stadtmenschen Community


Extra


Dienste