Von Peter Pauls, 24.02.10, 21:28h, aktualisiert 25.02.10, 18:48h
Die Folgen für den Wahlkampf aus solcher Kabale sind so banal wie bedeutend und führen obendrein in eine politische Zwickmühle. Entweder hat Rüttgers nicht gewusst, wie ihm geschieht. Dann stellt sich die Frage, wie einer denn sein Land regieren soll, der noch nicht einmal die eigene Partei überblickt bzw. im Griff hat. Oder er hat es doch gewusst und die Unwahrheit gesagt. Dann sind die Folgen unausweichlich. Die weitere Konsequenz gilt dem Wahlkampf schlechthin: Der Streit um Stil und Glaubwürdigkeit verdrängt - vorerst, bleibt zu hoffen - zentrale Themen wie die Finanzkrise von Land und Kommunen, den Strukturwandel und die Bildungspolitik. Der Ideenstreit ist mutiert zum polemischen Entrüstungs-Wettlauf, der einem Hab-ich-nicht-hast-du-doch-Schema folgt. Die Herausforderer jubeln. Bislang ist es ihnen nicht gelungen, überzeugend eigene Themen zu setzen. Dieses Vakuum füllen nun die Taten und Unterlassungen des überforderten Ex-Generalsekretärs.
Doch geht es um mehr als die Causa Wüst. Methodisch, wie es ihm eigen ist, hat Rüttgers sich als über den Parteien und den Hässlichkeiten des Alltags schwebender Landesvater inszeniert. In einem solchen Theater auf der Landesbühne bleiben für andere nur die Nebenrollen. Nun schwächelt der Hauptdarsteller - und es fällt auf, wie stark alles auf diesen einen Mann zugeschnitten ist. Die CDU in NRW steht mit Jürgen Rüttgers. Und sie fällt mit ihm.
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