Von Norbert Ramme, 01.03.10, 16:16h, aktualisiert 01.03.10, 16:50h
Von dort wechselt Direktor Rainer Sievert als Chef nach Deutz und ist derzeit häufig zu Kontrollbesuchen auf der Baustelle. „Seit es mit Schnee und Frost vorbei ist, geht es hier richtig rund“, hat er beobachtet. „In zwei Wochen kommen die Möbel.“ Besonders stolz ist Sievert darauf, dass das historische Flair des Gebäudes mit vielen kleinen Details erhalten bleibt. So wird der grün gekachelte Eingangsbereich der früheren Bäderverwaltung zum Hotelfoyer mit Rezeption. „Um einige moderne Akzenten ergänzt, wird das Haus ganz anders aussehen als der klassische Hotelneubau, den man ansonsten in Köln kennt.“
Integriert ins moderne Konzept wurden Fassaden und Fensterkonstruktionen sowie einige tragende Wände im Inneren, die teilweise „für komische Schnitte in einigen Zimmer sorgen“, so Sievert. „Aber genau das macht es doch liebenswert. Das Eckige und Gradlinige der Fassade soll sich in der Möblierung fortsetzen.“ Ein Modell-Zimmer ist bereits fertig eingerichtet - mit Teppichen und Vorhängen in warmen Braun-Tönen und Möbeln aus Walnussholz. Die ehemalige Bibliothek wird in einen geräumigen Frühstücksraum umgewandelt und unter dem imposanten Kuppelbau der früheren Schwimmhalle entsteht ein Edel-Restaurant. Gut, aus dem Becken ist eine Tiefgarage geworden, aber die Galerie mit dem schmiedeeisernen Gitter erinnert an die Atmosphäre aus den Gründungstagen.
Die neue Perspektive für die alten Gemäuer war vor einigen Jahren nicht abzusehen. Im Gespräch war zeitweise sogar ein Abbruch des gesamten Ensembles. Das Schwimmbad, das jahrzehntelang auch den Faustkämpfern Kalk als Trainingsstätte diente - Kölner Box-Größen wie Müllers Aap und Jupp Elze schwitzten und schwammen dort - war 1996 nach der Eröffnung der „Claudius-Therme“ geschlossen worden. Die Boxer durften noch einige Zeit weiter in den Räumen trainieren, aber dann stand das Bad fast zehn Jahre lang leer. Ein Schwimmbad wird es an der Stelle wohl auch künftig nicht geben. Hotelchef Sievert: „Deshalb gibt es im Hotelnamen auch keinen Verweis auf das frühere Bad. Unser Hotel erhält zwar eine Sauna, aber eben keinen echten Wellness-Bereich.“
Allerdings soll, „die Historie des Gebäudes über Bilder und Fragmente weiter erzählt werden“. Dies sicherte Architekt Ingo Pott zu, Chef von „pott architects“ mit Sitz in Berlin und London. „Wir machen alte Spuren sichtbar und setzen Neubauten dagegen. Das wird kein Hotel von der Stange.“ Schließlich handele es sich um einen „einmaligen Ort und ein tolles Denkmal. Kaum nachvollziehbar, dass das noch zu haben war.“
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06.03.2010 | 22.28 Uhr | DerLeser
Kann mir die Redaktion die Logik erklären, warum das Bad in Deutz dem Stadtbezirk Mülheim zugeordnet ist!?
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