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Stinkende Gingkobäume

Anwohner rümpfen die Nase

Von Dirk Risse, 03.03.10, 13:16h, aktualisiert 03.03.10, 13:59h

Sie sorgen im Frühjahr für eine gelbe Blütenpracht, doch manchem Anrainer stinken die übel riechenden Früchte der Gingkobäume an der Wevelinghovener Straße. Doch die Politik entschied sich nun gegen eine Fällung.

Stinkende Ginkgobäume
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Stinkobst: Über den fauligen Geruch der beerengroßen Früchte des Ginkgo-Baums beschwerten sich manche Anwohner. (Bild: Risse)
Stinkende Ginkgobäume
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Stinkobst: Über den fauligen Geruch der beerengroßen Früchte des Ginkgo-Baums beschwerten sich manche Anwohner. (Bild: Risse)
Agnesviertel - Einst war er der weit verbreitetste Baum auf der Erde, Johann Wolfgang von Goethe liebte ihn so sehr, dass er ihm ein Gedicht widmete. Und das Kuratorium „Baum des Jahres“ erklärte ihn sogar zum „Baum des Jahrtausends“. Der Ginkgo-Baum hat nur einen entscheidenden Nachteil: Seine orangefarbenen Früchte riechen mitunter extrem unangenehm. Zumindest manche Bürger an der Wevelinghovener Straße in der Innenstadt hatten jetzt die Nase voll von dem pflaumengroßen „Stinkobst“ - und würden die Bäume gerne fällen lassen. „Im Frühling und Herbst kann man nicht das Fenster öffnen, weil es einfach schlimm riecht“, sagt Anwohnerin Roswitha Hinterkeuser.

Verständnis gezeigt

Weil sich manche Anrainer beim Bezirksamt Innenstadt beschwert hatten, wurden die Bäume jetzt auch ein Fall für die Bezirksvertretung. Das Stadtteilparlament votierte allerdings einstimmig gegen eine Fällung. Allerdings zeigten die Stadtteilpolitiker Verständnis für die Sorgen der Bürger. So forderte Wilhelm Schenk (CDU) die Stadt auf, in der sechswöchigen Blütephase der Bäume die Wevelinghovener Straße verstärkt zu reinigen. Fraktionskollegin Erdmute Nauwerk regte einen Erfahrungsbericht an, der nach dem Frühjahr der Bezirksvertretung übermittelt werden soll.

Die Verwaltung, die die Kosten für eine Fällung und die Ersatzpflanzungen mit 22 000 Euro veranschlagt, hatte allerdings Probleme mit den Gingkos im vergangenen Jahr eingeräumt. 2009 wären auf den Bäumen extrem viele Früchten gereift. Entsprechend hoch sei der „fast ranzige Geruch nach Buttersäure“ gewesen, der sich durch das fetthaltige Samenfleisch der Früchte bildete, teilt die Stadt der Bezirksvertretung mit. „Eine rasche Abhilfe kann hier nur eine regelmäßige und gründliche Reinigung der Fahrbahn und des Gehweges schaffen.“

Ohnehin wäre es gar nicht so einfach gewesen, die 14 Bäume an der Wevelinghovener Straße zu roden. Denn die Stadt darf - laut Baumschutzsatzung - wegen riechender Früchte keine Bäume fällen. Allenfalls die Bezirksvertretung wäre zu einem solchen Schritt befugt, wenn das Grün zu „nicht beabsichtigten Härten“ für die Anwohner führen würde. Über den Beschluss waren allerdings auch einige Anwohner erleichtert, denen die Früchte offenbar nichts ausmachen. „Ich bin gegen eine Fällung“, sagt Anwohnerin Ellen Brombach, die sich durchaus an der Schönheit der Bäume erfreuen kann. „Im Frühling leuchtet die Straße ganz prachtvoll gelb.“



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