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Hugo-Junkers-Ausstellung

Hommage an talentierten Querdenker

Von Heribert Rösgen, 03.03.10, 12:53h

Er erfand den Duschring und das legendäre dreimotorige Flugzeug „Ju 52“ und brachte es auf 380 Patente: Im Butzweilerhof startet über den Unternehmer und Pionier Hugo Junkers nun eine geführte Ausstellung zu dessen 75. Todestag.

Ausstellung über Hugo Junkers
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Michele Strippoli (r.), Experte für Hugo Junkers und dessen Arbeit, demonstriert einer Besucherin die praktische Handhabung des "Duschringes". (Bild: Rösgen)
Ausstellung über Hugo Junkers
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Michele Strippoli (r.), Experte für Hugo Junkers und dessen Arbeit, demonstriert einer Besucherin die praktische Handhabung des "Duschringes". (Bild: Rösgen)
Ossendorf - Die einen verbinden seinen Namen mit Durchlauferhitzern für warmes Wasser, andere wiederum denken an Flugzeuge, wie die legendäre „Tante Ju“, die dreimotorige Ju 52. Zurück geht beides auf einen genialen Erfindergeist: den von Hugo Junkers. Mit einer Sonderschau würdigt der Verein der Freunde historischer Luftfahrzeuge in den Ausstellungsräumen des ehemaligen Flughafens Butzweilerhof das Leben und Schaffen des 1859 in Rheydt geborenen Unternehmers. Am 3. Februar jährte sich zum 75. Mal der Todestag des 1935 verstorbenen Junkers.

Er war ein Querdenker, der stets auf der Suche war, wie den Menschen mit Hilfe von Maschinen und Apparaturen mehr Komfort und Luxus im Alltag ermöglicht werden könne. Es blieb selten bei der Suche, wie die Ausstellungsstücke im „Kabinett“ des Butzweilerhofes belegen. Junkers fand immer auch Lösungen, was nicht zuletzt durch 380 Patente belegt ist. Und es blieb auch nicht immer nur bei Erfindungen. Der Tüftler lieferte für viele seiner Ideen auch effiziente Fertigungstechniken oder fand Wege, um Betriebs- und Wartungskosten möglichst niedrig zu halten, damit viele Menschen in den Genuss seiner Apparate kommen konnten.

Erstes Kabinenflugzeug der Welt entworfen

Junkers, der auch an der Technischen Hochschule in Aachen und an der Universität Gießen forschte und lehrte, hatte mitunter ebenfalls pfiffige Detaillösungen für seine Zeitgenossen. Der „Duschring“ beispielsweise erlaubte es, den Körper einem Wasserstrahl auszusetzen, ohne dass dabei Kopf und Haare nass wurden. Michele Strippoli, Leiter der Junkers-Museums im baden-württembergischen Wernau, hat eine einleuchtende Erklärung, wie es zu dieser Erfindung kommen konnte: „Von den zwölf Kindern, die Junkers mit seiner Frau Therese hatte, waren acht Töchter. Stellen Sie sich vor, die hätten alle jedes Mal nach dem Duschen noch ihre Haare trocknen müssen“, erzählt Strippoli mit leichtem Augenzwinkern. Ganz von der Hand zu weisen ist diese Theorie indes nicht, denn eine der Werbebotschaften für Junkers-Gasbadeöfen lautete schließlich „Alle Tage Badetag“.

Dem Bereich Luftfahrttechnik wandte er sich 1908 zu; sein 1919 entwickeltes Modell „F 13“ wurde als erstes Kabinenflugzeug überhaupt auch zum ersten Vehikel der Verkehrsluftfahrt. Das bekannteste Flugzeug ist indes die Ju 52, das erste Großserienflugzeug der Welt. Auch am Butzweilerhof starteten und landeten regelmäßig Maschinen des Typs F 13 und die Ju 52. Der Verein der Freunde historischer Luftfahrzeuge will in naher Zukunft der Stiftung Butzweilerhof eine originale „Tante Ju“ als Dauerleihgabe zur Verfügung stellen und plant die Konstruktion eines flugfähigen Nachbaus der F 13.

Die Hugo-Junkers-Ausstellung ist bis zum 21. März samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr im Empfangsgebäude des früheren Flughafens, Butzweiler Straße 35-39, geöffnet. Der Eintritt kostet 3,50 Euro inklusive Führung, für Kinder bis 14 Jahre ist er frei.



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