Von Heribert Rösgen, 03.03.10, 12:53h
Er war ein Querdenker, der stets auf der Suche war, wie den Menschen mit Hilfe von Maschinen und Apparaturen mehr Komfort und Luxus im Alltag ermöglicht werden könne. Es blieb selten bei der Suche, wie die Ausstellungsstücke im „Kabinett“ des Butzweilerhofes belegen. Junkers fand immer auch Lösungen, was nicht zuletzt durch 380 Patente belegt ist. Und es blieb auch nicht immer nur bei Erfindungen. Der Tüftler lieferte für viele seiner Ideen auch effiziente Fertigungstechniken oder fand Wege, um Betriebs- und Wartungskosten möglichst niedrig zu halten, damit viele Menschen in den Genuss seiner Apparate kommen konnten.
Erstes Kabinenflugzeug der Welt entworfenJunkers, der auch an der Technischen Hochschule in Aachen und an der Universität Gießen forschte und lehrte, hatte mitunter ebenfalls pfiffige Detaillösungen für seine Zeitgenossen. Der „Duschring“ beispielsweise erlaubte es, den Körper einem Wasserstrahl auszusetzen, ohne dass dabei Kopf und Haare nass wurden. Michele Strippoli, Leiter der Junkers-Museums im baden-württembergischen Wernau, hat eine einleuchtende Erklärung, wie es zu dieser Erfindung kommen konnte: „Von den zwölf Kindern, die Junkers mit seiner Frau Therese hatte, waren acht Töchter. Stellen Sie sich vor, die hätten alle jedes Mal nach dem Duschen noch ihre Haare trocknen müssen“, erzählt Strippoli mit leichtem Augenzwinkern. Ganz von der Hand zu weisen ist diese Theorie indes nicht, denn eine der Werbebotschaften für Junkers-Gasbadeöfen lautete schließlich „Alle Tage Badetag“.
Dem Bereich Luftfahrttechnik wandte er sich 1908 zu; sein 1919 entwickeltes Modell „F 13“ wurde als erstes Kabinenflugzeug überhaupt auch zum ersten Vehikel der Verkehrsluftfahrt. Das bekannteste Flugzeug ist indes die Ju 52, das erste Großserienflugzeug der Welt. Auch am Butzweilerhof starteten und landeten regelmäßig Maschinen des Typs F 13 und die Ju 52. Der Verein der Freunde historischer Luftfahrzeuge will in naher Zukunft der Stiftung Butzweilerhof eine originale „Tante Ju“ als Dauerleihgabe zur Verfügung stellen und plant die Konstruktion eines flugfähigen Nachbaus der F 13.
Die Hugo-Junkers-Ausstellung ist bis zum 21. März samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr im Empfangsgebäude des früheren Flughafens, Butzweiler Straße 35-39, geöffnet. Der Eintritt kostet 3,50 Euro inklusive Führung, für Kinder bis 14 Jahre ist er frei.
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