Von Marie-Anne Schlolaut, 08.03.10, 14:10h
Rolfing ist eine Mischung aus Osteopathie, Yoga, Feldenkrais und Chiropraktiken. Der Rolfer arbeitet mit seinem Körper am Körper des anderen: mit Fingern, Handknöcheln, Handflächen oder aber dem Ellbogen versucht er in die tiefen Schichten des Bindegewebes vorzudringen, damit es wieder weich und elastisch wird. So, wie es eigentlich von Natur aus einmal war.
Bindegewebe hält Sehnen, Knochen und Muskeln zusammen und sorgt dafür, dass der Körper funktioniert und seine Form behält. Um das leisten zu können, muss das Bindegewebe logischerweise geschmeidig sein und sich den Erfordernissen anpassen können. Das klappt nicht mehr, wenn es sich im Lauf der Jahre verhärtet hat, durch Haltungsschäden „steif“ geworden ist, durch zu wenig Bewegung die Geschmeidigkeit eingebüßt hat. Wer mit hochgezogenen Schultern durchs Leben läuft, nach einem Knochenbruch die „kranke“ Körperhälfte durch Schonhaltung dauerhaft schwächt, wer sich mit einem „Schiefheitsgefühl“ durchs Leben schleppt, dessen Bindegewebsstrukturen, Muskeln und Organe werden in Mitleidenschaft gezogen oder dauerhaft geschädigt.
Ausgebildete Rolfing-Therapeuten versuchen, den „verbogenen Menschen“ wieder aufzurichten und ihm zu lehren, was auf Dauer gut für ihn ist. Margarete Blankartz, zertifizierte Rolferin - eine von insgesamt sieben in Köln und von rund 170 bundesweit - mit Praxis im Belgischen Viertel (siehe Info), arbeitet seit 2007 auf diesem Gebiet. Wer zu der gebürtigen Kölnerin kommt, muss sich auf zehn aufeinander aufbauende Sitzungen einstellen und pro Behandlung 60 bis 90 Minuten einkalkulieren. 80 Euro kostet eine Sitzung bei der 40-Jährigen. Es gibt Rolfing-Praxen, deren Gebührensätze noch höher liegen. Die Krankenkassen übernehmen diese Kosten nicht. Bei Privatversicherten lohnt sich eventuell eine vorherige Anfrage. Das erste Treffen zwischen Rolfer und Klient dienst erst einmal dazu, sich ein genaues Bild vom Körper und seinen Beschwerden zu machen. Daher muss man sich „so weit ausziehen, wie es noch als angenehm empfunden wird“, sagt Margarete Blankartz. Meist also bis auf die Unterwäsche. Dann schaut sie, wie der Klient geht, steht, sich bewegt, und erst dann legt man sich auf die Liege.
Mit gezielten Griffen, mit Druck und Dehnung wird der Körper in Balance gebracht. Für den Rolfer ist das eine anstrengende Arbeit, für den Klienten eine wohltuende Erfahrung, gelegentlich kombiniert mit „einem Wohlfühlschmerz“, sagt Margarete Blankartz. Nämlich dann, wenn sich die Blockaden lösen. Das stellt sich meist schon nach wenigen Sitzungen ein. Die Muskeln können sich entspannen, die Bindegewebs-Strukturen erhalten ihre Elastizität zurück, die Organe können „frei arbeiten“, die Atmung wird intensiver. Wer das 10er Paket der Behandlung beendet hat, der hört von seinem Rolfer in der Regel den Satz,den auch Margarete Blankartz am liebsten allen mit auf den Weg gibt: „So, jetzt will ich Sie mindestens das nächste halbe Jahr nicht wiedersehen“. Die Therapie hat nämlich zum Ziel, dass der Klient nun weiß, was seinem Körper gut tut und sich entsprechend verhält. Rolfing heißt, sich zu seinem Körper zu bekennen und ihm zu ermöglichen, dass er uns gesund durchs Leben trägt.
Gute Sache
08.03.2010 | 17.13 Uhr | KölnerBürger
vermutlich, aber wenn man das Glück hat, einen guten Thai-Massageladen zu gefunden zu haben, spart man ne Menge Geld und erzielt mindestens die…
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige
Errechnen Sie Ihren Body-Mass-Index!