Von Jan Sting, 04.03.10, 10:43h
Auch die Fußgängerzone von Funchal sei wieder frei zugänglich. Am Hafen könne man bereits spazieren. „Einige Baugeräte sind natürlich zu sehen. Auch bei den beschädigten Brücken und Straßen gibt es noch zu tun. Auf dem Flughafen sagten uns viele Touristen, dass die Einschränkungen für sie nicht groß gewesen seien.“ Dass Touristen kommen, davon sind die Inselbewohner existenziell abhängig. Jammern war laut Schmidtberg nicht zu hören, selbst wenn die Menschen sämtliches Hab und Gut verloren hatten und emotional erschöpft waren.
In Funchal seien vor allem Geschäfte, Garagen und Keller überschwemmt worden. In der Nachbarstadt Ribeira Brava gebe es rund 250 Obdachlose. „Aber die Menschen dort sind Optimisten, alle schuften bis zum Umfallen“, hat Schmidtberg beobachtet. Ein Ehepaar, das bei der Feuerwehr in Funchal arbeite, habe erst nach vier Tagen Dauereinsatz Zeit gefunden, nach dem eigenen Heim zu schauen. Dabei stellte es fest, dass seine Wohnung ebenfalls unter Wasser stand. Die Aufräumarbeiten gingen unter Hochdruck vonstatten, dabei kamen die mitgebrachten zehn Pumpen bestens zupass. Noch sind sie auf der Insel, denn es gibt noch Keller und eine Tiefgarage auszupumpen. Eine Woche lang leisteten die Leichlinger Soforthilfe, was im Fernsehen berichtet wurde und daraufhin beim Bundesinnenministerium auf Befremden stieß. Behördenvertreter fragen Bürgermeister Ernst Müller, warum man sich auf die Reise mit 700 Kilo Material gemacht habe, ohne ein offizielles Hilfe-Ersuchen Portugals abzuwarten. Verständnis hat der Wehrchef für die Kritik nicht. Seit 24 Jahren gebe es die Partnerschaft zu den Feuerwehrfreunden „Bombeiros“, seit 14 Jahren die Städtepartnerschaft. „Der Bürgermeister von Funchal bat uns um Hilfe. Das war eine lokale Angelegenheit, keine internationale.“
Der deutsche Botschafter aus Lissabon schrieb an Bürgermeister Müller und bedankte sich. „Gerade durch Initiativen dieser Art lebt die Freundschaft der Menschen in verschiedenen Ländern.“ Schmidtberg bestätigt das: „Unsere Freundschaft ist gefestigt. Ich würde die Aktion jederzeit wiederholen.“ Die Leichlinger FDP hat ein Spendenkonto bei der Volksbank eingerichtet. Die Kontakte zu den Bombeiros sollen genutzt werden: Sie wissen am besten, wo Spenden am dringendsten benötigt werden.
Innenministerium
04.03.2010 | 15.53 Uhr | bergischerjung
Verständlich, dass das BMI kein Verständnis hat! Anstelle von anpackenden Feuerwehrleuten, die kurzfristig, mit preiswerten Flügen und mit nützlichem…
Freundschaft
04.03.2010 | 11.19 Uhr | stras
Daumen hoch für die Kollegen aus Leichlingen!
Schande über das Bundesinnenministerium! Unter Freunden weiss man wann man Helfen muss, da wird nicht…
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