Von Peter Hahne, 03.03.10, 20:32h, aktualisiert 04.03.10, 16:26h
Der durchschnittliche Verdienst für die Beschäftigten lag damit im vergangenen Jahr bei 27 648 Euro (2008: 27 751). Der durchschnittliche Stundenverdienst betrug 2009 brutto etwas mehr als 21 Euro. Die wichtigsten Gründe für die niedrigeren Bruttolöhne sind nach Angaben der Statistiker die Kurzarbeit und der Abbau von Überstunden. Aber auch ein rechnerischer Effekt macht sich bemerkbar. Seit Januar 2009 werden Beiträge zu privaten Krankenversicherungen anders gebucht, die Arbeitgeberzuschüsse erhöhen nicht mehr den Bruttolohn. Lässt man diesen Effekt außer Acht, sanken die Bruttoverdienste um 0,2 Prozent.
Besonders heftige Einbußen mussten die Beschäftigten in der Industrie und in den Handwerksberufen hinnehmen, ihre Gehälter sanken um 3,1 Prozent. Noch stärker als die Bruttolöhne gingen die Nettolöhne mit einem Minus von 0,9 Prozent zurück.
Gegen den Trend erhöhten sich allerdings die Bruttoverdienste je Arbeitsstunde um 3,0 Prozent. Dies ist auf den Abbau von Guthaben auf Arbeitszeitkonten zurückzuführen. Die Beschäftigten erhielten Geld für Leistungen aus den Jahren vor 2009. Den Ausbau der Kurzarbeit bekamen die Firmen auf der Kostenseite deutlich zu spüren. Die Lohnstückkosten stiegen um 5,2 Prozent an - das größte Plus seit 1992.
Nach einer Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung stocken derzeit rund eine halbe Million Vollzeitbeschäftigte ihren Verdienst nicht mit Arbeitslosengeld II auf, obgleich sie einen gesetzlichen Anspruch darauf hätten. Damit übersteige die Zahl der Vollzeitbeschäftigten, die in „verdeckter Armut“ lebten, die Zahl der vollzeitbeschäftigten „Aufstocker“ mit 400 000 deutlich, kritisiert die Stiftung. Gründe sind fehlende Informationen, Scham und Scheu vor dem komplizierten Antragsverfahren. (mit dpa, rtr)
Kommentar zu Bruttolöhnen: Immer weniger Geld in der Tasche
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