Von Helmut Hetzel, 04.03.10, 23:21h
Wilders war mit der von ihm gegründeten Partei für die Freiheit PVV in nur in zwei Städten angetreten. In Almere, östlich von Amsterdam, 187.000 Einwohner, wurde die PVV aus dem Stand heraus mit 21,6 Prozent der Stimmen die größte Partei. In Den Haag, dem Sitz der niederländischen Regierung und der Residenz von Königin Beatrix, wurden Wilders und seine PVV mit einem Stimmenanteil von knapp 18 Prozent hinter den Sozialdemokraten PvdA auf Anhieb zweitstärkste politische Kraft. „Das ist fantastisch“, sagte Wilder, „das ist der Durchbruch.“ Was in Den Haag und in Almere möglich sei, das sei auch im ganzen Land möglich. „Diese Wahl ist das Sprungbrett für uns zum Sieg am 9. Juni“, sagte Wilders. Zu dem Termin finden in den Niederlanden vorzeitige Parlamentsneuwahlen statt, da die Haager Mitte-links-Regierung vor zwei Wochen wegen eines Streits über den Militäreinsatz in Afghanistan stürzte.
Der Erfolg von Wilders zeigt deutlich: Holland ist im Umbruch. Die Wähler kehren den großen Volksparteien, insbesondere den Christ- und Sozialdemokraten, massenweise den Rücken zu. In den Niederlanden findet eine rechte Revolte statt. Sollte Geert Wilders an die Macht kommen, dann könnte es zwischen Groningen und Maastricht, Den Haag und Arnheim bald Kopftuchverbote für muslimische Frauen und einen Baustopp für Moscheen geben. Denn das sind - neben der Beibehaltung der Pensionsgrenze von 65 Jahren - zentrale Programmpunkte von Wilders und der PVV.
Für den noch geschäftsführend als Premier amtierenden christdemokratischen Haager Premierminister Jan Peter Balkenende (CDA) war das Ergebnis der landesweiten Kommunalwahlen eine schallende Ohrfeige, die ihm die Wähler verpassten. „Dieses Ergebnis ist bitter“, sagte der CDA-Spitzenkandidat.
Sozialdemokraten trotz Verlusten zufriedenWouter Bos, Chef der sozialdemokratischen Arbeiterpartei PvdA, dagegen strahlte. Denn das von den Demoskopen befürchtete Fiasko der PvdA blieb aus, obwohl die Sozialdemokraten im Vergleich zur letzten Kommunalwahl in 2006 enorm verloren. Landesweit ging ihr Stimmenanteil von 23,7 Prozent in 2006 auf jetzt 16 Prozent zurück. Im Aufwind sind die Liberalen. Sowohl die rechtsliberale Partei für Freiheit und Demokratie VVD als auch die linksliberale D66. Die Grünen (GL) verbesserten sich um 0,8 Prozent auf 6,6 Prozent und wurden in der Studentenstadt Utrecht größte Partei.
In der Hafenmetropole Rotterdam kam es zu Zwischenfällen, die ein juristisches und politisches Nachspiel haben könnten. Dort nämlich gingen in machen Wahllokalen zwei und mehr Personen in die Wahlkabine. In einigen Wahllokalen musste während der Wahl sogar der gesamte Wahlvorstand ausgewechselt werden, weil dieser nichts gegen diese Unregelmäßigkeiten unternommen hatte.
Die Lage in Rotterdam ist politisch besonders prekär, weil die dortigen Sozialdemokraten der PvdA und die einst von dem 2002 ermordeten Populisten Pim Fortuyn gegründete Bürgerliste „Leefbaar Rotterdam“ (Lebenswertes Rotterdam) dort Kopf an Kopf liegen.
Rechts = böse.
06.03.2010 | 10.21 Uhr | Schinnoos
Ja, schade, dass es hier zu den etablierten Parteien, die allesamt versagt haben, keine Alternative gibt.
Und: ProWasauchimmer ist keine…
Wäre auch gut für Köln
05.03.2010 | 18.36 Uhr | paul2008
Mit seinem Programm einer "harten Hand" gegen die wachsende Straßenkriminalität von Immigranten-Banden und gegen sichtbare Zeichen des Islam wie…
@ Hörnchen
05.03.2010 | 14.21 Uhr | Newton
"...so eine Partei würde hier auch gewählt..."
Genau, siehe Pro NRW, hihi :)
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige
Vermisste Schülerin bei Bekannten entdeckt
Schwaches Bayer verliert beim BVB

Frankfurter Rundschau
Bremen-Hoffenheim 1:1 - Babbels Traumeinstand verdorbenBerlin-Stuttgart 0:5 - Skibbes K.O. in 16 Minuten

EXPRESS
Rakete kann spielen - Reus plant nächsten Streich gegen SchalkePolitiker mächtig jeck - Huch, wer ist denn dieser Punk?

Spiegel Online
DDR-Liebesdrama "Barbara": Zärtlich in der ZoneAugenblick: Überflieger