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Sponsoring

Mehrheit vermutet Käuflichkeit

Von Nina Pal Singh, 07.03.10, 13:57h

Über 80 Prozent der Deutschen geht davon aus, dass Sponsorengelder politische Entscheidungen beeinflussen.

KÖLN - Über 80 Prozent der Deutschen geht davon aus, dass Sponsorengelder politische Entscheidungen beeinflussen. Das geht aus der aktuellen Deutschlandtrend-Umfrage von Infratest dimap hervor. Die meisten Menschen halten der Umfrage zufolge Politiker für käuflich.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) ist wegen der so genannten Sponsoring-Affäre weiter unter Druck. Er wird von der Opposition beschuldigt, Gespräche mit Sponsoren gegen Bezahlung in Aussicht gestellt zu haben. Gegenüber dem Vormonat büßt Rüttgers in der Umfrage deutlich an Ansehen ein (32 Prozent, minus sechs).

Unzufrieden sind die meisten Bundesbürger (73 Prozent) auch mit dem FDP-Chef Guido Westerwelle. Der Vizekanzler spricht zwar aus, was viele Bürger (60 Prozent) denken - nämlich, dass zu viel über die Hartz-IV-Empfänger und zu wenig über die Einzahler geredet wird. Über 50 Prozent werfen Westerwelle aber gleichzeitig vor, er wolle sich primär auf Kosten der Schwachen in der Gesellschaft profilieren. Dafür wird er abgestraft und verliert das Vertrauen der Bundesbürger auch als Außenminister. Nur noch 25 Prozent finden, dass Westerwelle Deutschland gut vertritt. Anders als seine beiden Vorgänger im Amt des Außenministers, Joschka Fischer (Grüne) und Frank-Walter Steinmeier (SPD), hat Guido Westerwelle damit nach seinem Wechsel ins Auswärtige Amt stetig an Rückhalt verloren. Von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) fordern die Deutschen eine stärkere Einmischung ein. Sage und schreibe 85 Prozent wollen, dass Merkel eine klare politische Richtung vorgibt. Noch landet die CDU-Chefin auf der Liste der populärsten Politiker immerhin auf Platz Zwei. Angeführt wird die Liste weiterhin von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU).

Die von vielen Bürgern wahrgenommene Profilierungssucht von FDP-Chef Guido Westerwelle und das zurückhaltende Agieren der Bundeskanzlerin sind mit für das schlechte Abschneiden des schwarz-gelben Regierungsbündnisses verantwortlich. 78 Prozent der Befragten fehlt ein klares Konzept bei Schwarz-Gelb.

Mittlerweile bezweifelt eine Mehrheit (62 Prozent), dass Union und FDP noch zusammen passen. Fast jeder Zweite zieht, kurz vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, ein Regierungsbündnis von CDU und Grünen der jetzigen Koalition auf Bundesebene vor. Die CDU-Mitglieder sehen das anders: Nur 22 Prozent würden gerne mit den Grünen koalieren.

Für den Deutschlandtrend befragte Infratest dimap im Auftrag des „Kölner Stadt-Anzeiger“ und der ARD-Tagesthemen vom 1. bis 3. März 1000 Wahlberechtigte.



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