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Sturmtief

Blumen und Gutschein für Mieter

Von Clemens Schminke, 05.03.10, 16:44h, aktualisiert 05.03.10, 17:08h

Das Sturmtief Xynthia hat das Dach eines Mehrfamilienhauses in Bickendorf bereits zum zweiten Mal abgerissen. Die GAG Immobilien AG entschuldigte sich bei den Mietern, sieht sich aber gegen solche Schäden „machtlos“.

Abgerissenes Dach
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Bereits zum zweiten Mal wurde das Dach eines Mehrfamilienhauses in Bickendorf vom Sturm abgedeckt. (Bild: Krasniqi)
Abgerissenes Dach
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Bereits zum zweiten Mal wurde das Dach eines Mehrfamilienhauses in Bickendorf vom Sturm abgedeckt. (Bild: Krasniqi)
Ehrenfeld - Als am vergangenen Sonntag Sturmtief Xynthia über Köln tobte, war Sandra Laufenberg nicht zuhause, sondern in Porz. „Nachbarn haben mich gleich angerufen und gesagt: »Das Dach geht wieder fliegen«.“ Dies war durchaus wörtlich zu nehmen. Denn schon im Herbst 2002 war ein Teil des Daches auf dem Mehrfamilienhaus in Bickendorf von einem Sturm weggerissen worden. Xynthia sorgte nun dafür, dass sich die Konstruktion an anderer Stelle der Häuserzeile auftürmte, etwa zehn Meter weit fortsegelte und mitten auf die Fahrbahn krachte. Verletzt wurde niemand.

Das Haus gehört der städtischen GAG Immobilien AG. Die beließ es nicht dabei, tags darauf zu versichern, das Unternehmen baue und modernisiere seine Gebäude „nach den anerkannten Regeln der Technik und in hoher Qualität“, sei aber „machtlos“ gegen „derartige Sturmschäden, die mit immenser, höherer Gewalt sogar ganze Bahnnetze beschädigen und lahmlegen“. Am Freitag wurden Vertreter in dem Gebäude an der Venloer Straße vorstellig und überreichten jedem der 35 Mieter und den drei Autobesitzern, deren Wagen beschädigt worden waren, einen Blumenstrauß und einen Backwaren-Gutschein im Wert von 30 Euro - „für den Schreck und die Unannehmlichkeiten“, wie Sybille Wegerich, Vorstand für Immobilienbewirtschaftung, bei Sandra Laufenberg sagte. Mit ihren 13 und 16 Jahre alten Töchtern wohnt die 34-jährige Verkäuferin im obersten Geschoss. Sie zeigte Verständnis dafür, dass „höhere Gewalt“ im Spiel war, und sagte, die Wohnung sei inklusive der Decken intakt geblieben. Anders sei die Stimmung bei Nachbarn, so habe eine Frau geklagt, ihre Tochter habe große Ängste ausgestanden.

Gutachten auswerten

Dachabdichtung und Wärmedämmung seien zum Schutz der Wohnungen wiederhergestellt, sagte Kathrin Möller, Vorstand für den Bereich Technik. Nun gehe es darum, die Gutachten, die zum Beispiel Prüfstatiker erstellt haben, auszuwerten, um der Ursache der Instabilität auf den Grund zu gehen. Dann erst werde ein neues Pultdach aufgesetzt. Die Höhe des Schadens lasse sich noch nicht beziffern. Das gilt nicht für die Kosten, auf denen das Ehepaar Breuer aus dem Haus gegenüber sitzen zu bleiben droht. Karoline Breuer, die mit ihrem Mann Josef vorbeischaute, sagte, der Schaden an ihrem VW Polo, auf den das Dach gekracht war, betrage rund 8000 Euro, „aber die Kfz-Versicherung will nur 2700 Euro zahlen“. Sybille Wegerich sagt ihr zu, man werde den Fall „unserer Versicherung melden“. Einstweilen fährt Karoline Breuer Straßenbahn oder geht zu Fuß. „Einen Leihwagen gibt man uns nicht.“



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