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Restschuldpolicen

Immobilienkauf nicht ohne Netz

Von Peter Hahne, 07.03.10, 18:11h, aktualisiert 07.03.10, 18:33h

Eine Restschuldversicherung erspart Angehörigen die Übernahme eines Schuldenbergs, wenn der Hauptverdiener sterben sollte. Besonders bei Bauvorhaben ist solch eine Police ratsam. Doch bei den Konditionen gibt es enorme Unterschiede.

Restschuldversicherungen
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Ein eigener Garten für die Familie - viele Menschen verwirklichen sich dieses Ziel. Allerdings sollte der Partner für den Ernstfall abgesichert sein. Dazu dient etwa eine Restschuldversicherung. (Bild: Joker)
Restschuldversicherungen
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Ein eigener Garten für die Familie - viele Menschen verwirklichen sich dieses Ziel. Allerdings sollte der Partner für den Ernstfall abgesichert sein. Dazu dient etwa eine Restschuldversicherung. (Bild: Joker)
BERLIN - Wer ein Haus oder eine Eigentumswohnung kauft, muss an alles Mögliche denken. Weniger im Fokus steht bei den meisten Häuslebauern indes eine so genannte Restschuldversicherung, mit der der Bauherr für den Todesfall seine Hinterbliebenen absichert. Nach Einschätzung der Stiftung Warentest gehört das Sicherheitsnetz aber zu jeder soliden Baufinanzierung. „Vor allem Menschen, die alleine für die Kreditraten aufkommen, sollten ihre Familien und Partner absichern. Sonst sitzen diese womöglich auf einem Berg Schulden, und haben kein Geld für die Tilgung, wenn dem Hauptverdiener etwas passiert, warnt die Stiftung Warentest in der aktuellen Ausgabe von „Finanztest“.

Doch Vorsicht: Nicht die erstbeste Versicherung ist auch immer die Beste. Die Stiftung rät zu einem genauen Preis- und Leistungsvergleich, weil sich die Policen erheblich unterscheiden, insbesondere mit Blick auf die Beiträge. Die Stiftung Warentest hat 46 Tarife von Restschuldversicherungen für Bauherren von 17 Versicherern unter die Lupe genommen und dabei enorme Preisunterschiede festgestellt. Für das günstigste Angebot im Test müsste der Beispielkunde, ein 35-jähriger Nichtraucher, bei Ontos nur 772 Euro zahlen. Der teuerste Anbieter, die Debeka, verlangt hingegen drei Mal so viel, nämlich fast 2.400 Euro - für dieselbe Versicherungsleistung. Auch die Angebote des Versicherers Europa haben sich im Test als günstig erwiesen.

Bei einer Restschuldversicherung springt im Todesfall des Versicherungsnehmers die Assekuranz ein. Je nach Vertragstyp bezahlt die Versicherung die Schulden komplett oder zumindest zu einem großen Teil. Das kommt dann auf den Vertragstyp an.

Restschuld-Anpassung ist besser

Zwei Arten hat Finanztest unterschieden: Erstens die Restschuldversicherung mit jährlicher Anpassung an den Tilgungsplan. Bei diesem Vertragstyp, den die Versicherungen anbieten, sinkt die Versicherungssumme während der Laufzeit in gleichem Maße wie die Restschuld des Darlehens. „Der Kreditnehmer vermeidet eine Unterdeckung. Im Todesfall zahlt der Versicherer die volle Restschuld“, erläutert die Stiftung Warentest. Der zweite Versicherungstyp, den die Versicherungen anbieten, ist etwas anders gestaltet, eher zum Nachteil der Versicherten. Wesentlicher Unterschied: Die Versicherungssumme sinkt jedes Jahr um einen festen Betrag. Beispiel: Wer ein Darlehen von 100.000 Euro über eine Laufzeit von 22 Jahren absichert, bei dem sinkt die Versicherungssumme jedes Jahr um den fixen Betrag von 4.545 Euro. Nach elf Jahren, rechnen die Tester vor, bleibt folglich eine Versicherungssumme von 50.000 Euro. Damit ergibt sich ein Problem: Bei einem typischen Annuitätendarlehen mit festen Zahlungsbeträgen, sind in den ersten Jahren die Zinsen hoch, aber die Tilgung spiegelbildlich dafür umso niedriger. Daher ist die Restschuld nach elf Jahren höher als die Versicherungssumme. Sie dürfte im Beispiel bei üblichen Zinskonditionen bein knapp 65.000 Euro liegen. Stößt dem Versicherungsnehmer nach elf Jahren etwas zu, bleiben die Angehörigen oder der Partner folglich nach Zahlung der Versicherungssumme auf 15.000 Euro Schulden sitzen, die sie selber zahlen müssen.

„Eine linear fallende Versicherungssumme sollten Bauherren daher nur vereinbaren, wenn die Angehörigen über ausreichend Einkommen verfügen, um notfalls diese Lücke schließen zu können“, rät die Stiftung Warentest. Für diese zweite Variante könne man sich durchaus entscheiden, wenn das Angebot für die Versicherung mit linear fallender Versicherungssumme günstig ist und gleichzeitig Leistungen aus einer anderen Versicherung für den Todesfall fließen. „Oder man sollte Rücklagen für die entstehende Finanzlücke bilden“ raten die Tester. Und schließlich sollte man prüfen, ob im Ernstfall nicht bestehende Lebensversicherungen ausreichen, um die Lasten aufzufangen.



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