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Odenwaldschule

Vorstand der Schule soll gehen

Von Jörg Schindler, 07.03.10, 21:44h

Nach dem Bekanntwerden der unglaublichen Missbrauchsfälle plädiert die Leiterin der Odenwald-Schule, Margarita Kaufmann, für einen kompletten Rücktritt des Vorstands. Unterdessen haben ehemalige Schüler sich erneut über Details geäußert.

Missbrauch Odenwaldschule
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Blick auf die Häuser der Odenwaldschule in Heppenheim. In der privaten Eliteeinrichtung soll es in den 1970er und 1980er Jahren vielfachen Missbrauch von Schülern gegeben haben. (Bild: dpa)
Missbrauch Odenwaldschule
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Blick auf die Häuser der Odenwaldschule in Heppenheim. In der privaten Eliteeinrichtung soll es in den 1970er und 1980er Jahren vielfachen Missbrauch von Schülern gegeben haben. (Bild: dpa)
Wegen des sexuellen Missbrauchs zahlreicher Schüler und Schülerinnen an der privaten Odenwaldschule in Hessen in den 1970er und 80er Jahren soll jetzt der gesamte Vorstand der Schule gehen. Das fordert Schulleiterin Margarita Kaufmann, die auch selbst dem Vorstand angehört. Für einen Neuanfang sei es nötig, dass sich die Schule klar positioniere. „Das kann man nur, wenn man unbefangen ist“, sagte Kaufmann der „Frankfurter Rundschau“. Sie will die Schule in Heppenheim aber weiter leiten und kündigte an, sich für die Aufarbeitung des Skandals „Hilfe von außen zu holen“.

Ex-Schüler schilderten in Berichten weitere Details des sexuellen Missbrauchs an der Schule. So habe ein inzwischen verstorbener Lehrer einen Schüler regelmäßig zum „Mittagsschläfchen“ aufgefordert, bei dem er ihn im Intimbereich streichelte. Auch der Adoptivvater des Lehrers habe sich bei einem Besuch an den Übergriffen beteiligt. Ein anderer ehemaliger Schüler sagte, es habe auch Übergriffe gegen Mädchen gegeben. In einem Fall sollen sich zwei Lehrer ein Mädchen als sexuelle Gespielin „geteilt“ haben.

Als "Spießer" geächtet

Ein Ex-Schüler sprach von einer „Anti-Spießer-Hysterie“, welche die Übergriffe in den 70er und 80er Jahren erst möglich gemacht habe. Wer seinerzeit etwas bemerkt und gesagt habe, sei „sofort als Spießer geächtet worden. Das war grauenhaft“, sagte er.

Ehemalige Schüler erwägen nun auch eine Verwaltungsklage gegen das Land Hessen, um Versäumnisse der Politik aufzudecken. Bereits im November 1999 hatte die Frankfurter Rundschau erstmals über den jahrelangen Missbrauch durch den früheren Schulleiter Gerold Becker berichtet. Eine damals vom Hessischen Kultusministerium zugesagte Prüfung der Odenwaldschule als staatlich anerkannte Schule habe es aber nie gegeben. Die amtierende hessische Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) kündigte eine Prüfung der Vorgänge und möglicher Versäumnisse der Schulaufsicht an.



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