Schriftgröße

Dschungelbuch

Trommelnde Affen und rollende Hühner

Von Norbert Ramme, 08.03.10, 16:47h

Bei der kölschen Musical-Version des berühmten Dschungelbuchs stehen 111 Grundschüler auf der Bühne. Das turbulente Stück findet im Rahmen der lit.kid.cologne und überrascht mit zusätzlichen Liedern und ganz neuen Kostümen.

Dschungeltiere
Bild vergrößern
Schöner als in jedem Zoo wirken die Dschungeltiere auf der Musicalbühne rund um „Hänneschen“ Henry Lüpschen. (Bild: Ramme)
Dschungeltiere
Bild verkleinern
Schöner als in jedem Zoo wirken die Dschungeltiere auf der Musicalbühne rund um „Hänneschen“ Henry Lüpschen. (Bild: Ramme)
Esch/Chorweiler - Die Höhner haben es schon vor Jahren geahnt und gesungen. „Hinger Kölle fängk d'r Dschungel an.“ Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass ein Ausflug ins Grüne vor die Tore Kölns schon mal inmitten wilder Tiere endet. Aus der „Dschungelbuch“-Vorlage hat Lehrerin Wilma Overbeck ein turbulentes kölsches Musical geschaffen, das nach zehn Jahren nun erneut aufgeführt wird. Insgesamt sechs Mal wird das „Dschungelbuch op Kölsch“ im Rahmen der lit.kid.cologne im Bürgerzentrum Chorweiler, Pariser Platz, gezeigt. Premiere ist am 12. März. Mit dieser 15., äußerst aufwändig gestalteten Musical-Produktion, bringt die Lehrerin mit den Kindern der Konrad-Adenauer-Grundschule aus der Escher Martinusstraße erstmals eine Wiederholung auf die Bühne. Allerdings frisch aufgepeppt, mit zusätzlichen Liedern und ganz neuen Kostümen. „Das Dschungelbuch ist seit vielen Jahren eine meiner Lieblingsgeschichten“, sagt Lehrerin Overbeck.

So bescheiden

Nur das Schlangen-Outfit, in dem Dana Bensiek (10) verführerisch und mit glockenheller Stimme ihre Vorzüge anpreist („Ich ben schön, intelligent, klooch un jebildt, ävver et bess aan mir es ming üvverjroße Bescheidenheit“) ist aus der Ur-Version übriggeblieben und kommt nach zehn Jahren erneut zum Einsatz. Damals hatte Danas Mutter Andrea Bensiek das giftgrüne Kostüm für ein anderes Mädchen genäht. Der große Bruder Denis war zu der Zeit als Elefant mit dabei. Der will heute selbst Lehrer werden und studiert schon. „Wie viele meiner ehemaligen Darsteller“, sagt Overbeck. Diesmal sollen noch mehr Kinder mit auf der Bühne stehen. Für 111 Mädchen und Jungen aus dem dritten und vierten Schuljahr stehen derzeit fast täglich Proben auf dem Programm. Die Pänz verkörpern die Knollendorfer Sippschaft um Hänneschen, Bärbelchen, Tünnes, Schäl und Co sowie eine Vielfalt an Dschungeltieren. Dazu zählen rollschuhfahrende Hühner, Stippeföttche tanzende Elefanten und eine trommelnde Affenhorde.

Wie das Mogli-Kind in der Märchenvorlage von Rudyard Kipling wächst hier das Hänneschen (Henry Lüpschen) bei einem Wolfsrudel auf und soll vom fürsorglichen Panther Drüggela (Jovina Fischer) zurück nach Köln gebracht werden: „Do moß dä Tatsaach en et Aug blecke. Et es wie et es.“ Auf dem Weg treffen sie nicht nur die gefräßige Schlange Trudi und den gefährlichen Tiger Schnäuzer (Manuel Herweg), sondern auch den Affenkönig Fädenant (Greta Sommer: „Oh schibiduh, ich wör jän wie do-ho-ho“) sowie den Bären Kunnebät (Jennifer Krah). Mit seinem dicken Bauch („Dat is ming Delikatesse-Schränkche“) entpuppt der sich als wahrer Über-Lebenskünstler. Motto: „Janz wichtig es, dat de dich nit kapott arbeide deis. Leever tirek nix dun wie met vill Möh doch nix schaffe.“

Die Pänz geben sich bei den Proben - da wird auch viel gelacht - sichtlich Mühe und schaffen auch etwas. Allmählich wird aus den vielen Einzelproben von Schulchor und Theater-AG ein Gesamtkunstwerk. Schließlich laufen die Vorbereitungen schon seit gut sieben Monaten. Schon im vorigen Sommer hatte Lehrerin Overbeck den Kindern, die eine Sprechrollen habe, eine CD mitgegeben, auf der sie in feinstem Kölsch das ganze Stück aufgesprochen hatte. So konnte schon in den Ferien ganz viel gelernt werden. Später gab es für die Mädchen und Jungen noch eine schöne Textmappe, um zu Hause mit Mama und Papa den genauen Anlauf der vielen Dialoge einzuüben. Und dabei lernt man gleichzeitig auch noch das kölsche Grundgesetz kennen - bis hin zur Erkenntnis des Schlussliedes: „Üvverall op d'r Welt jitt et Kölsche.“



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Orte des Geschehens

große Karte

Anzeige


Anzeige


Umfrage

Mehr autofreie Zonen für Köln?
Der Platz vor der Eigelsteintorburg ist schon autofrei, nun soll der Chlodwigplatz folgen. Auch für den Neumarkt schlägt der Masterplan vor, eine Seite für den Verkehr zu sperren. Ist das sinnvoll?


Special


Anzeige




Modisch aufgefallen


Junge Zeiten


Bildergalerien


Termine

Veranstaltungssuche

 

Veranstaltungs-Tipps

Manic Street Preachers

22. April 2012,
E-Werk Köln

 

Neue ksta.tv-Videos aus Köln




Offene Schulen


Top-Links (Anzeige)



Weitere Serien


ksta shop


Aktuelle Verkehrsinfos


Service


Mein ksta.de


ksta.de auf Facebook

KSTA auf Facebook

Aktion


Aktion



Hintergrund


Stadtmenschen Community


Extra


Dienste