Von Norbert Ramme, 08.03.10, 16:47h
So bescheiden
Nur das Schlangen-Outfit, in dem Dana Bensiek (10) verführerisch und mit glockenheller Stimme ihre Vorzüge anpreist („Ich ben schön, intelligent, klooch un jebildt, ävver et bess aan mir es ming üvverjroße Bescheidenheit“) ist aus der Ur-Version übriggeblieben und kommt nach zehn Jahren erneut zum Einsatz. Damals hatte Danas Mutter Andrea Bensiek das giftgrüne Kostüm für ein anderes Mädchen genäht. Der große Bruder Denis war zu der Zeit als Elefant mit dabei. Der will heute selbst Lehrer werden und studiert schon. „Wie viele meiner ehemaligen Darsteller“, sagt Overbeck. Diesmal sollen noch mehr Kinder mit auf der Bühne stehen. Für 111 Mädchen und Jungen aus dem dritten und vierten Schuljahr stehen derzeit fast täglich Proben auf dem Programm. Die Pänz verkörpern die Knollendorfer Sippschaft um Hänneschen, Bärbelchen, Tünnes, Schäl und Co sowie eine Vielfalt an Dschungeltieren. Dazu zählen rollschuhfahrende Hühner, Stippeföttche tanzende Elefanten und eine trommelnde Affenhorde.
Wie das Mogli-Kind in der Märchenvorlage von Rudyard Kipling wächst hier das Hänneschen (Henry Lüpschen) bei einem Wolfsrudel auf und soll vom fürsorglichen Panther Drüggela (Jovina Fischer) zurück nach Köln gebracht werden: „Do moß dä Tatsaach en et Aug blecke. Et es wie et es.“ Auf dem Weg treffen sie nicht nur die gefräßige Schlange Trudi und den gefährlichen Tiger Schnäuzer (Manuel Herweg), sondern auch den Affenkönig Fädenant (Greta Sommer: „Oh schibiduh, ich wör jän wie do-ho-ho“) sowie den Bären Kunnebät (Jennifer Krah). Mit seinem dicken Bauch („Dat is ming Delikatesse-Schränkche“) entpuppt der sich als wahrer Über-Lebenskünstler. Motto: „Janz wichtig es, dat de dich nit kapott arbeide deis. Leever tirek nix dun wie met vill Möh doch nix schaffe.“
Die Pänz geben sich bei den Proben - da wird auch viel gelacht - sichtlich Mühe und schaffen auch etwas. Allmählich wird aus den vielen Einzelproben von Schulchor und Theater-AG ein Gesamtkunstwerk. Schließlich laufen die Vorbereitungen schon seit gut sieben Monaten. Schon im vorigen Sommer hatte Lehrerin Overbeck den Kindern, die eine Sprechrollen habe, eine CD mitgegeben, auf der sie in feinstem Kölsch das ganze Stück aufgesprochen hatte. So konnte schon in den Ferien ganz viel gelernt werden. Später gab es für die Mädchen und Jungen noch eine schöne Textmappe, um zu Hause mit Mama und Papa den genauen Anlauf der vielen Dialoge einzuüben. Und dabei lernt man gleichzeitig auch noch das kölsche Grundgesetz kennen - bis hin zur Erkenntnis des Schlussliedes: „Üvverall op d'r Welt jitt et Kölsche.“
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige
22. April 2012,
E-Werk Köln
Foto auf Leinwand günstig vom Testsieger
Werbeagentur Verzeichnis Köln Bonn
Werbeagentur / Internetagentur, Köln
Kfm. Umschulungen + Seminare in Köln
Holzspielzeug gesucht, gefunden, geliebt