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Werkstatt

Azubis am Dirigentenpult

Von Marianne Kierspel, 08.03.10, 17:20h

Im Rahmen einer Dirigierwerkstatt arbeitete der amerikanische Professor Neil Varon mit Studierenden aus Köln und Siegen zusammen. Beim Abschlusskonzert in der Uni-Aula zeigten zehn Nachwuchs-Dirigenten, was sie gelernt hatten.

Konzert in der Uni-Aula
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Studierende der Universitäten Siegen und Köln - hier Sibylle Krug - zeigen beim Abschlusskonzert in der Uni-Aula, was sie im Dirigierkurs gelernt haben. (Bild: Csaba Peter Rakoczy)
Konzert in der Uni-Aula
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Studierende der Universitäten Siegen und Köln - hier Sibylle Krug - zeigen beim Abschlusskonzert in der Uni-Aula, was sie im Dirigierkurs gelernt haben. (Bild: Csaba Peter Rakoczy)
Lindenthal - Seit 2008 ist der junge Dirigent, Komponist und Pianist Michael Ostrzyga Kölner Universitätsmusikdirektor. Sein Collegium musicum vermittelt musikalische Praxis in gleich zehn Ensembles verschiedener Stilrichtungen, von der Choralschola bis zur Big Band. Die Klassiker leitet Ostrzyga selbst: Chöre, Sinfonie- und Kammerorchester. Und da er gern mit Kollegen aus Siegen kooperiert, konnten die Unis jetzt ein Extra anbieten, eine Dirigierwerkstatt mit dem renommierten New Yorker Professor Neil Varon.

Er hat in aller Welt Sinfonie- und Opernorchester geleitet, auch etwa in Hamburg, Berlin, Düsseldorf. Und da der Professor derzeit ohnehin ein Sabbatjahr in Deutschland verbringt, konnten die Unis ihn für einen Kurs gewinnen. Er war etwa für zukünftige Musiklehrer gedacht, die darauf gefasst sein müssen, einmal ein Schulorchester zu leiten. Als Versuchskaninchen diente das Kammerorchester der Uni Köln, zwei Dutzend Streicher plus Paukist. Mit ihnen probten Studierende aus Siegen und Köln zwei Wochenenden lang das Leiten vorstudierter Klassiker der Kammerorchester-Literatur, Werke von Mozart, Grieg, Holst und Bartók.

Ein Sonderlob verdient

Beim Abschlusskonzert in der Aula wechselten sich jetzt zehn Studierende am Dirigentenpult ab, sowohl am Pult als auch im Orchester waren also Amateure am Werk. Die jungen Orchestermitglieder bewältigten das Programm gut, auch wenn sich Mozart (Serenata notturna) wieder empfindlich zeigte gegen jedes graue Tönchen, auch wenn in Bartóks Rumänischen Volkstänzen die Rhythmen knifflig blieben.

Ein Sonderlob verdienten Solisten und Konzertmeisterin. Was das Dirigieren betraf, so blieb die Frage offen, wie viel Kniffe oder Handwerk ein Schnupperkurs überhaupt vermitteln kann, wie weit sich „Naturtalent“ durchsetzt. Doch der Abend war spannend. Zehn mehr oder weniger nervöse und verschieden temperierte Nachwuchs-Dirigenten und -Dirigentinnen leiteten je ein, zwei Sätze. Manche konnten froh sein, wenn sie ein Tempo richtig vorgegeben und die Lautstärken tatsächlich gesteuert hatten. Andere konnten schon souverän eine Steigerung aufbauen, in Holsts St. Paul's Suite ein verstecktes Volkslied hervorlocken, in Griegs Holberg-Suite die Barocktänze nicht nur abwickeln, sondern auch den Charakter einer Sarabande, einer Gavotte zeigen. Zum neuen Semester nehmen die Uni-Ensembles wieder Mitglieder auf, auch Gäste, die nicht studieren.

 www.collmus.uni-koeln.de



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