Von Johanna Heckeley, 08.03.10, 18:10h
Schule geht in die Wirtschaft, Theorie verbindet sich mit Praxis: Das ist das Ziel der Veranstaltungsreihe „Wirtschaftsexperten an Schulen“, die die Industrie- und Handelskammer zu Köln ins Leben gerufen hat. „Wir wollen für die Schüler nicht nur einen Praxisbezug herstellen, sondern ihnen auch einen Einblick geben in die Möglichkeiten der Berufswahl“, erklärt Tina Riepel, Projektkoordinatorin Schule / Wirtschaft der IHK.
Globalisierung ist den Schülern als Thema bekannt, schließlich wird es Bestandteil ihrer Abiturprüfung sein. Daher entsteht bald ein lebendiger Austausch zwischen dem Wirtschaftsexperten und seinen jungen Zuhörern. Von den Anfängen und historischen Vordenkern der weltweiten Verflechtung bis zu den neuesten Tendenzen der Globalisierung: Immer wieder geht Koch auf die Fragen der Schüler ein. Er verteilt Rollen - die des deutschen Wirtschaftsministers und die der Globalisierungsgegnerin - und lässt beide Argumente für ihre Standpunkte finden.
Genau dieser Perspektivenwechsel ist es, den Kurslehrer Harald Spiller schätzt. „Das ist der Unterschied zwischen reiner Theorie und angewandter Praxis.“ Vortrag und Diskussion ergänzten die Unterrichtsthemen sehr gut, die Relevanz fürs Abitur sei eine zusätzliche Motivation. Nachdem Koch ein Projekt der DEG - Investition in den Aufbau und Betrieb einer Aluminiumschmelze in Mosambik - vorgestellt hat, lässt er sich auch kritische Fragen stellen: „Was sind die Kriterien für eine Kreditvergabe? Ist es wohltätig, wenn Sie sich für eine Investition entscheiden? Und ist Korruption dabei ein Thema?“ Koch findet klare Worte: „Wir investieren langfristig in entwicklungspolitisch sinnvolle Projekte, dabei achten wir zum Beispiel darauf, ob Umwelt- und Sozialstandards eingehalten werden.“ Das klinge wohltätig, „aber wir arbeiten nach marktwirtschaftlichen Prinzipien und Konventionen. Wir verlangen, dass der Kredit zurückgezahlt wird.“ Und das mit der Korruption, fügt er schmunzelnd hinzu, sei nicht auf Entwicklungsländer beschränkt: „Sie wissen ja wie das in Köln läuft.“
Schüler Jules El-Khatib hat der Austausch gut gefallen. „Es war interessant, einen Einblick in die praktischen Abläufe in einem solchen Unternehmen zu erhalten“, findet der 18-Jährige. Die Erklärungen, etwa wie sich die Finanzkrise auf die Globalisierung auswirkt, seien sehr aufschlussreich gewesen. Auch Thomas Koch hat es Spaß gemacht: „Ich habe dabei sehr viel gelernt, zum Beispiel, was Schüler interessiert.“
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