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Hollywood

Es geht um den Bart

Von Hannah Schneider, 12.03.10, 21:03h

Wer redet überhaupt noch von Kleidern? Spätestens seit der Oscar-Verleihung ist klar: Haare im Gesicht sind momentan das Gesprächsthema in Hollywood. Preisträger Jeff Bridges beispielsweise stimmt seine Gesichtsfrisur auf seine Haartolle ab.

Jeff Bridges
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Jeff Bridges präsentiert sich mit gut frisiertem Bart. (Bild: afp)
Jeff Bridges
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Jeff Bridges präsentiert sich mit gut frisiertem Bart. (Bild: afp)
Barbiere haben die besten Jahre ihrer Berufszunft ja eigentlich eher hinter sich. Schade eigentlich - denn das, was gerade in Hollywoods Gesichtern los ist, würde die Herrenfriseure wahrscheinlich brennend interessieren. Sie würden frischen weißen Schaum aufschlagen, das Rasiermesser wetzen, den Stuhl zurecht rücken, sich vorbereiten aufs Stutzen, Kämmen und Trimmen und dann einfach mal schauen, wer vorbeikommt. Jeff Bridges vielleicht, Antonio Banderas, möglicherweise auch Christoph Waltz aus Österreich.

Hollywood trägt Bart. Und macht die Gesichtsbehaarung zum Gesprächsthema Nummer eins am Rande des roten Teppichs. Zum Beispiel nach Events wie der Oscarverleihung in der vergangenen Woche - mit glattrasiertem Kinn erschienen da die wenigsten Männer. Wer redet überhaupt noch von Designer-Roben und Handtaschen, teuer wie Kleinwagen? Stattdessen: Wer hat am schönsten gestutzt, wo wuchert es? Der Bart, das „It-Accessoire“.

Wie bei Jeff Bridges zum Beispiel, der seinen imposanten Kinnbart genau auf die dazu passende graue Haartolle abstimmt. Oder Antonio Banderas. Der muss sich wegen seines grau-melierten Vollbarts zwar Vergleiche mit Saddam Hussein gefallen lassen, sieht dabei aber ganz schön würdevoll und gediegen aus.

Sorgfältig getrimmt sind die Gesichtsfrisuren der beiden Schauspieler. Allerdings - und das würde den Barbieren wahrscheinlich weniger gefallen - geht der Trend auch zum Zottel im Gesicht. Brad Pitt macht es vor, trägt undefinierbare Fransen am Kinn, lang genug, um Zöpfe reinzuflechten. Komiker Jim Carrey versteckt sein superelastisches Grimassengesicht unter einem wilden Vollbart. Und auch Teenie-Liebling Robert Pattinson, bekannt als marmorglatter „Twilight“-Vampir Edward, hat es ausprobiert. Unter seine Fotos mit flusiger Gesichtsbehaarung schrieben die Nutzerinnen in einem Internet-Fan-Forum: „Bah, das sieht ja ekelhaft aus.“ Inzwischen ist Pattinson wieder gefällig glatt ums Kinn.

Freunde glatter Haut bekehrt

Ansonsten gilt eher - wer radikal zum Rasierer greift, der traut sich was. Wie George Clooney. Der hat mit seinem Trend-Accessoire Nr. 1 gerade kurzen Prozess gemacht. Hat es einfach radikal aus dem Gesicht geschoren, kein Härchen übrig gelassen von dem, was Modemagazine gerade noch als grau-melierte „Salt 'n' Pepper“- Pracht gepriesen hatten. Monatelang hatte der Schauspieler Posterseiten mit seinem kurzgestutzten Vollbart gefüllt, hatte nicht nur Bartträger verzückt, sondern auch Freunde der glatten Haut bekehrt. Jetzt hat George Clooney wieder ein Pfirsichgesicht - und die Vollbartbewegung eine Ikone weniger.

Vielleicht hatte Clooney genug von den Interpretationen rund um seinen Bartwuchs: Ein Zeichen von Fortpflanzungsreife, wurde gemunkelt, endlich wird Clooney erwachsen. Oder: Clooney wolle in Zeiten der Krise mit dem Symbol der Männlichkeit Sicherheit, Stärke und Macht demonstrieren. Vielleicht hatte der Schauspieler aber auch einfach nur keine Lust, sich zu rasieren, die Nase voll von Rasierbrand und hat den Hype ganz nebenbei ausgelöst.

Nachahmer von Clooney und Co. gibt es jedenfalls genug. Mehr als 64 Prozent der deutschen Männer rasieren sich laut einer Studie nicht mehr jeden Tag. 37 Prozent lassen die Haare bis zum Dreitagebart sprießen, zwölf Prozent tragen einen Kinnbart - allerdings sorgfältig gestutzt, Zotteln im Gesicht haben sich hier noch nicht durchgesetzt. Das würde den Barbieren bestimmt wieder gefallen.



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