Von Viktoria Eiden, 10.03.10, 18:31h
Seit dem Sommer des vergangenen Jahres arbeiteten die Schüler zusammen mit den Leitern ihres Wahlpflichtfaches, Betriebswirtin Lena Löll und Sozialarbeiter Renato Piazza, an der Realisierung des Schulkiosks. Der erste Schritt dazu war die Gründung der Firma. In ihr sollen die verschiedenen Arbeitsabläufe wie in einem ganz normalen Wirtschaftsbetrieb geübt werden.
Die 18 Mitarbeiter wurden in fünf Abteilungen unterteilt: Geschäftsführung, Assistenz der Geschäftsführung, Marketing, Verkauf, Einkauf und Buchhaltung. „Damit holen wir uns das richtige Leben in die Schule“, freute sich Schulleiter Helmut Busch. Nur das unternehmerische Risiko tragen die Schüler nicht allein. „Hier springt der Förderverein als Bürge ein“, sagte Busch.
Das Angebot des Kiosks wurde in Absprache mit dem Schulleiter festgelegt. Dabei standen gesunde Produkte an erster Stelle. Daher wurden Kaffee und Schokolade von der Einkaufsliste gestrichen und unter anderem durch Müsliriegel und Brötchen mit Geflügelaufschnitt ersetzt. Im Laden müssen sich die Mitarbeiter als flexibel erweisen. Auch Sara, die sich nicht nur auf die Geschäftsführung beschränken kann: „Ich muss auch schon mal Brötchen belegen.“
Ohne Sponsoring wäre die Firma nicht möglich gewesen und so wurde das Projekt mit Landesmitteln über die Stiftung „Partner für Schule NRW“ gefördert. Die Bundesagentur für Arbeit und das Land Nordrhein-Westfalen stellten zusammen 7500 Euro zur Verfügung. Eine weitere finanzielle Unterstützung wurde für das nächste Jahr in Aussicht gestellt. Zudem streckte der Förderverein 350 Euro für den Einstieg in das Kioskgeschäft vor, damit der Einkauf der Ware in den ersten Tagen gesichert ist.
Verhandelt wird derzeit noch, ob man den Einkauf in Kooperation mit einem örtlichen Lebensmittelhändler organisieren kann, mit dem die Schule eine Partnerschaft unterhält. Falls das Geschäft gut laufe, so Lena Löll, könnten in Zukunft eventuell auch Minilöhne für die Mitarbeiter ausgezahlt werden. Bisher ist nur ein Betriebsausflug zur Belohnung geplant. Aber die erste Aufgabe sei, dass der Kiosk schwarze Zahlen schreibe.
Am Ende des Jahres sollen die Mitarbeiter der Bergisch Gladbacher Schülerfirma das Geschäft an die nachfolgenden Neuntklässler übergeben, die dann ihre eigenen Erfahrungen machen müssen. Ganz nach dem Konzept „learning by doing“. Bei den Schülern stieß die Geschäftsidee gestern schon auf Begeisterung. Filiz: „Ich finde das geil.“
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