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Bilanz

Stabwechsel nach Schrumpfkur bei Eon

Von Jörg Wagner, 10.03.10, 21:23h

Der größte Energiekonzern Deutschlands bekommt bald einen neuen Chef. Im Mai übernimmt Eon-Vorstand Johannes Teyssen, der schon länger für das Tagesgeschäft verantwortlich zeichnet, den Chefsessel von Wulf Bernotat.

Bernotat, Teyssen
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Eon-Chef Wulf Bernotat (r.) und Nachfolger Johannes Teyssen. (Bild: dpa)
Bernotat, Teyssen
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Eon-Chef Wulf Bernotat (r.) und Nachfolger Johannes Teyssen. (Bild: dpa)
DÜSSELDORF - Als sentimental galt Eon-Chef Wulf Bernotat eigentlich nie. Der Manager stand eher dafür, mit klaren Worten seine Positionen zu vertreten und kein großes Federlesen zu machen. So hielt er es auch bei der Vorlage der letzten Bilanz, die er als Konzernchef zu verantworten hat. Er habe immer versucht, die Öffentlichkeit in Gestalt der Journalisten „von unseren Argumenten und Sichtweisen zu überzeugen. Bei manchen hat es gefruchtet.“

Ein kurzer Dank, das war es dann. Sieben Jahre lang führte der jetzt 61-Jährige die Geschicke von Deutschlands größtem Energiekonzern. Ab Mai übernimmt Eon-Vorstand Johannes Teyssen, der schon länger für das Tagesgeschäft verantwortlich zeichnet, den Chefsessel. Die nächste Hauptversammlung Anfang Mai wird schon von Teyssen geleitet werden.

Ausgerechnet zum Abschied musste Wulf Bernotat Zahlen verkünden, in denen sich die Schrumpfkur des Konzerns im vergangenen Jahr widerspiegelt. Der Umsatz ging im Vergleich zum Jahr 2008 von rund 86,8 Milliarden Euro auf 81,8 Milliarden Euro zurück, der Konzernüberschuss sank von 5,6 Milliarden auf 5,3 Milliarden Euro. Die Dividende will Eon dennoch bei 1,50 Euro stabil halten.

Vorsichtig optimistisch

Vor allem im Gasgeschäft verdarben sinkende Absatzmengen und zurückgehende Großhandelspreise dem Konzern das Geschäft. Schuld daran trügen vor allem die „Wirtschaftskrise sowie die aktuelle Überversorgung der Märkte“, sagte Bernotat. Für das laufende Jahr zeigte er sich aber vorsichtig optimistisch. Der lange, kalte Winter habe „sicher dazu beigetragen, dass wir gut gestartet sind.“

Dass der Rückgang im vergangenen Jahr nicht heftiger ausgefallen ist, verdankt Eon einerseits einem frühzeitig aufgelegten Sparprogramm. Andererseits trennte sich der Konzern von einigen Teilen. So verkaufte Bernotat das Eon-Höchstspannungsnetz - und brüskierte damit die Bundesregierung, die Vorstöße der EU bis dahin geblockt hatte. Zum Teil geschah dies aber auch infolge des Drucks der EU: Um einem Kartellverfahren zu entkommen, hatte Eon sich auf eine Abmachung mit Brüssel eingelassen.

Bernotats Nachfolger Johannes Teyssen übernimmt einen Konzern, der unter anderem Gasfelder in Russland, Wasserkraftwerke in Norwegen, Kohle- und Kernkraftwerke unter einem Dach vereint. Allerdings lasten Netto-Schulden von fast 45 Milliarden Euro auf dem Unternehmen. Zu seinen strategischen Plänen wollte Teyssen kaum etwas sagen. Nur eins wurde deutlich: Die Schuldenlast des Konzerns soll sinken.



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