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Bilanz

Sparkasse sieht Tiefpunkt hinter sich

Von Karin Billanitsch, 10.03.10, 20:47h, aktualisiert 12.03.10, 17:52h

Der Abwärtstrend bei der Sparkasse Köln- Bonn scheint gebrochen zu sein. Den Fehlbetrag reduzierte sie im Jahr 2009 um 85 Millionen Euro. 2010 soll das betriebswirtschaftliche Ergebnis weiter verbessert werden.

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Artur Grzesiek, Vorstandschef der Sparkasse Köln-Bonn. (Bild: dpa)
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Artur Grzesiek, Vorstandschef der Sparkasse Köln-Bonn. (Bild: dpa)
Köln - Die Sparkasse Köln-Bonn hat ihr Ziel, 2009 ein ausgeglichenes Ergebnis zu erreichen, deutlich verfehlt. Der Fehlbetrag beläuft sich nach vorläufigen Zahlen auf Basis der Bilanz nach HGB auf 113 (Vorjahr: minus 198,1) Millionen Euro. „Aber wir haben den Abwärtstrend gebrochen und den Tiefpunkt hinter uns gelassen“, sagte Artur Grzesiek, der Vorsitzende des Vorstands der Kölner Großsparkasse. Er verwies dabei insbesondere auf das Betriebsergebnis nach Bewertung: Hier habe sich die Sparkasse um rund 300 Millionen Euro verbessert, von minus 390,9 Millionen Euro auf minus 92,4 Millionen Euro.

2010 soll das betriebswirtschaftliche Ergebnis weiter verbessert werden. „Eine schwarze Null“ sieht Grzesiek mit Ablauf des kommenden Geschäftsjahres 2011. Von den 113 Millionen Euro Fehlbetrag werden 18,5 Millionen von den Gläubigern der stillen Einlage übernommen, 27,7 Millionen entfallen auf Genussscheininhaber, hieß es. Angesichts der finanziellen Probleme kann die Sparkasse erst von 2014 oder 2015 an etwas für den Sanierungsbeitrag für die WestLB zurücklegen.

22 Filialen geschlossen

Im operativen Geschäft verdiente die Sparkasse 194,5 Millionen Euro und damit 23 Millionen mehr als im Jahr 2008 (171 Millionen Euro). Allerdings sei der Zuwachs vor allem den eingeleiteten Sparmaßnahmen zu verdanken, hieß es. Der Aufwand sank von 474,5 Millionen Euro auf 454,2 Millionen Euro. Bis zum Jahr 2014 soll die Zahl der Vollzeitstellen auf 2980 sinken. 2007 waren es noch 3943. 22 Filialen werden geschlossen, hieß es.

Anders als viele Wettbewerber konnte die Sparkasse Köln-Bonn den Zinsüberschuss nicht nennenswert steigern (von 447 auf 448 Millionen Euro). Der Grund: sie konnte die steigende Differenz zwischen kurz- und langfristigen Zinsen aus Risikogründen nicht so nutzen, wie es möglich gewesen wäre, wenn die Sparkasse noch über höhere Reserven verfügen würde. Doch die Reserven wurden in den zurückliegenden Jahren komplett aufgezehrt. Auch für 2010 rechnet die Sparkasse nicht mit einem stark steigenden Zinsüberschuss - es sei denn, die Zinsen würden stark anziehen. Die Bilanzsumme schrumpfte 2009 um 1,2 Milliarden Euro auf 29,599 Milliarden Euro. Die Sparkasse hat sich von wesentlichen Eigenanlagepositionen getrennt um sich mehr auf das typische Sparkassengeschäft zu konzentrieren. Die Schrumpfkur geschieht wohl auch mit Blick auf die EU-Kommission, die ein Beihilfeverfahren gegen die Sparkasse eingeleitet hat. Die EU-Kommission hat einen Umstrukturierungsplan gefordert. „Unsere Aufgaben liegen zum großen Teil in der Reduzierung unserer Beteiligungen sowie der Entlastung unseres Eigenkapitals durch einen Risikoabbau“, sagte Grzesiek. Die Sparkasse hat auch großvolumige Kredite um 280 Millionen Euro zurückgefahren.

Zu den Lasten, die die Sparkasse 2009 aufarbeiten musste, gehört die „Rheinparkmetropole“ (die ehemaligen Rheinhallen der Messe). „Ein solches Risiko wird die Sparkasse nicht wieder eingehen, zumindest solange ich hier Verantwortung trage“, betonte Grzesiek. Mit der Übergabe an RTL im Dezember seien einige Risiken aus dem Projekt genommen worden, hieß es. Die Sparkasse will ihre über 100 Beteiligungen auf unter 50 reduzieren.



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