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Grausame Tat

Zwei Schüler folterten 83-Jährige

Erstellt 11.03.10, 20:25h, aktualisiert 12.03.10, 00:15h

Die Schüler spritzten der 83-Jährigen Maggi in die Augen, urinierten auf ihr und zwangen sie Schnaps zu trinken: Warum zwei 13-Jährige in München eine Rentnerin stundenlang grausam quälten, ist noch nicht geklärt. Die Tat sorgt für Entsetzen.

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Ein Polizeisprecher sagte, dass der Fall außergewöhnlich ist. (Bild: dpa)
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Ein Polizeisprecher sagte, dass der Fall außergewöhnlich ist. (Bild: dpa)
MÜNCHEN - Zwei 13-Jährige Jungen quälen eine 83-jährige, demenzkranke Frau wahrscheinlich mehrere Stunden in deren Wohnung und lassen sie hilflos liegen. Die Tat im Münchner Stadtteil Milbertshofen, die am Montag geschah, sorgte für Entsetzen - und noch immer sind Motiv und Hintergründe völlig unklar. „Das Problem an dem Fall ist, dass er so außergewöhnlich ist. Deswegen wird er sehr genau abgeklärt“, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Den bisherigen Ermittlungen zufolge spritzten die Schüler der 83-Jährigen Maggi in die Augen und Rasierschaum in den Mund. Sie zwangen sie, Schnaps zu trinken und urinierten auf die Frau. Schließlich hätten sie die am Boden liegende Rentnerin mit Parfüm bespritzt und mit Füssen getreten. Bei der Polizei stritten beide die Tat ab und beschuldigten sich gegenseitig. Die Seniorin machte zunächst keine Angaben. Noch ist ungewiss, ob sie bleibende Schädigungen an den Augen erlitten hat. Derzeit werden unter anderem die Handys der Täter untersucht - möglicherweise haben die beiden die Tat gefilmt.

Rädelsführer kein Unbekannter

Der mutmaßliche Rädelsführer ist für Polizei und Jugendamt kein Unbekannter. Seit seiner frühesten Kindheit soll der Sohn einer alleinerziehenden Mutter immer wieder von zu Hause fortgelaufen und verhaltensauffällig gewesen sein. Er sei bereits in psychologischer Behandlung gewesen. Gewalttaten hat er allerdings bisher offensichtlich nicht begangen. Da er mit Selbstmord gedroht hatte, wenn er in ein geschlossenes Heim komme, wurde er nach der Tat in die Kinder-und Jugendpsychiatrie eingewiesen. Sein Freund ist dem Jugendamt ebenfalls bekannt. Auch er ist schon mehrfach von zuhause weggelaufen. Er wurde in die Obhut seiner Eltern übergeben.

Was die beiden veranlasst hat, die Seniorin zu quälen, ist noch völlig rätselhaft. Seit einigen Monaten hatte der mutmaßliche Haupttäter, der in der Nachbarschaft der Frau wohnt, gegen ein kleines Entgelt Besorgungen und kleine Einkäufe für die Seniorin erledigt. Bereits am Rosenmontag war es zu einem Übergriff gekommen. Der 13-Jährige hatte die Frau so heftig gegen das Bein getreten, dass sie nur noch unter Schmerzen laufen konnte. Die Frau erstattete keine Anzeige, brach jedoch den Kontakt zu dem Jungen ab. Als dieser mit seinem Freund am Montag vor der Tür stand, öffnete sie offensichtlich arglos.

Die beiden 13-Jährigen sind strafunmündig und können damit für ihre Taten nicht belangt werden. (dpa, ddp)



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