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Lufthansa

Der Speck muss weg

Von Klaus Dieter Oehler, 11.03.10, 20:39h

Um den Umsatz zu steigern, will die Lufthansa den Gürtel enger schnallen. Konzern-Chef Mayrhuber ist der Meinung, dass das Sparprogramm die Passagiere nicht beeinflusst. Doch Faktoren wie der Ölpreis können der Lufthansa noch einen Strich durch die Rechnung machen.

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Die Lufthansa will sich durch die Krise sparen. (Bild: dpa)
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Die Lufthansa will sich durch die Krise sparen. (Bild: dpa)
FRANKFURT – Die Lufthansa will ihren Sparkurs weiter fortsetzen und hofft darauf, dass dies die Kunden nicht zu spüren bekommen. „Unser Ziel bleibt, in jedem Segment und bei jedem Produkt die bestmögliche Qualität anzubieten und profitabel zu sein“, sagte Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber auf der Bilanzpressekonferenz. Kosten sparen und Qualität zu steigern sei für ihn kein Widerspruch, sondern sogar der Humus für Profitabilität und nachhaltiges Wachstum.

Mit dieser Einstellung sei die Lufthansa bisher besser als die meisten Konkurrenten durch die Krise der weltweiten Luftfahrtindustrie gekommen. Obwohl der Umsatz um über 2,5 Milliarden auf 22,3 Milliarden Euro gesunken ist und unter dem Strich ein Verlust von 112 Millionen stand, habe man operativ noch ein positives Ergebnis von 130 Millionen Euro erzielt. Das lag allerdings um rund 1,2 Milliarden Euro unter dem Vorjahresgewinn, so dass man nun auch das nächste Sparprogramm aufgelegt hat, mit dem die Lufthansa ihr Ergebnis um eine weitere Milliarde Euro verbessern will. Dieses Programm heißt „Climb 2011“ und soll andeuten, dass sich die größte Fluggesellschaft der Welt auf einen Steigflug vorbereitet. Ob dieser Steigflug allerdings bereits in diesem oder spätestens im nächsten Jahr schon wieder dazu führen wird, dass die Lufthansa unterm Strich Gewinn einfliegt und damit auch wieder eine Dividende zahlen kann, ist unklar.

Es gebe viele Unsicherheiten, sagte Finanzchef Stephan Gemkow und zählte unter anderem die Ölpreisentwicklung, die Stärke der Konjunkturerholung, aber auch die internen Tarifverhandlungen auf. Ziel sei es, 2010 ein besseres operatives Ergebnis zu erzielen. Gerade die Tarifgespräche, die unter der Leitung von Arbeitsdirektor Stefan Lauer derzeit geführt werden, könnten ein Problem werden. Mayrhuber hofft zwar, dass man sowohl mit den Piloten als auch mit dem Kabinen- und dem Bodenpersonal Lösungen finden werde, die „im solidarischen Interesse aller“ seien. Doch bei den Gewerkschaftsvertretern ist nach den Sparrunden der letzten Jahre mittlerweile die Geduld am Ende.

Um rund 4,5 Milliarden Euro jährlich hat die Lufthansa seit 2001 die Kosten bereits gesenkt. Sowohl die Vereinigung Cockpit, als auch die Unabhängige Flugbegleiter Organisation Ufo und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi wollen für bessere Arbeitsbedingungen kämpfen. Statt Gehaltserhöhungen anzubieten, hat das Management bisher nur Einsparforderungen aufgestellt, dies sei ein „untragbarer Zustand“ sagte ein Ufo-Sprecher.

Mayrhuber ist aber nach wie vor davon überzeugt, dass es bei den Kosten noch Einsparpotenzial gibt. Große Unternehmen, die als Musterschüler jahrelang gute Ergebnisse abgeliefert hätten, würden bisweilen Speck ansetzen. „Der muss weg“, sagte der Lufthansa-Chef und betonte zugleich, dass die Kunden keine Qualitätseinbußen spüren sollen. Jetzt gehe es um noch tiefere Einschnitte und schnellere Umsetzung der Sparprogramme. Grundsätzlich aber sei die Lufthansa, auch durch Zukäufe der letzten Jahre, gut aufgestellt, um vom langfristigen Wachstum der Luftfahrt profitieren zu können.

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