Schriftgröße

Bilfinger Berger

Kaum gebaut, schon wieder kaputt

Von Eckhard Stengel, 11.03.10, 20:15h, aktualisiert 11.03.10, 20:17h

Die Baufirma Bilfinger Berger gerät immer mehr in Verruf. Nach Problemen bei den U-Bahn-Projekten in Köln und Düsseldorf sind Mängel auf der Autobahn 1 zwischen Bremen und Hamburg aufgetaucht. Der Asphalt muss wohl nach nur wenigen Wochen komplett erneuert werden.

Autobahn 1
Bild vergrößern
Nur zweieinhalb Monate nach ihrer Freigabe ist die Autobahn 1 bei Bremen wegen Schlaglöchern bereits wieder ein Sanierungsfall. (Bild: dpa)
Autobahn 1
Bild verkleinern
Nur zweieinhalb Monate nach ihrer Freigabe ist die Autobahn 1 bei Bremen wegen Schlaglöchern bereits wieder ein Sanierungsfall. (Bild: dpa)
BREMEN/MANNHEIM – Neuer Ärger für Bilfinger Berger: Nach den Problemen bei den U-Bahn-Projekten in Köln und Düsseldorf sowie bei der ICE-Trasse Nürnberg - Ingolstadt kommt der Baukonzern jetzt auch wegen Autobahnarbeiten ins Gerede. Auf der A 1 zwischen Bremen und Hamburg ist auf zwei kürzlich ausgebauten Teilstrecken der neue Flüsterasphalt bröselig geworden, so dass er wohl komplett erneuert werden muss. Die stark befahrene Autobahn wird nach und nach auf sechs Spuren erweitert.

Im Auftrag des Bundes erledigt eine Projektgesellschaft namens „A 1 mobil“ den Ausbau und seine Finanzierung ebenso wie die Unterhaltung für die nächsten 30 Jahre übernommen - angeblich das derzeit größte Projekt Deutschlands in öffentlich-privater Partnerschaft. Im Gegenzug erhält die Gesellschaft Teile der Lkw-Maut. An dem Konsortium „A 1 mobil“ sind die Bilfinger Berger Project Investments und der britische Konzern John Laing mit je 42,5 Prozent beteiligt und die Papenburger Baufirma Johann Bunte mit 15 Prozent.

Für die reinen Bauarbeiten ist eine Arbeitsgemeinschaft aus Bilfinger Berger und Bunte zuständig, wie ein Sprecher von „A 1 mobil“ berichtete. Zum Teil seien auch „nachgeordnete Unternehmen“ beteiligt. Daher könne er nicht sagen, welche Firma genau die mehrere Kilometer langen Streckenabschnitte gebaut habe. Warum die oberste Asphaltschicht schon nach wenigen Wochen brüchig geworden ist, darüber rätseln die Verantwortlichen noch immer. Dabei waren erste Schäden schon im Januar aufgetreten: sogenannte Kornablösungen, die sich zu Schlaglöchern ausgeweitet haben - bis zu vier Zentimeter tief. Betroffen ist „offenporiger Asphalt“, kurz OPA, der die Geräusche mindern soll und bei anderen Bauarbeiten problemlos eingesetzt wurde, auch im Winter.

Hat auf der A 1 also jemand gepfuscht? Gutachter der Technischen Universität Darmstadt sollen bis April versuchen, die Ursache des ungewöhnlichen Phänomens herauszufinden. Die Schlaglöcher werden jetzt zunächst geflickt. Im Spätherbst soll dann die ganze Deckschicht ausgetauscht werden. Wie teuer das wird und wer die Kosten trägt, darüber will sich der Sprecher von „A 1 mobil“ noch nicht äußern. Das niedersächsische Verkehrsministerium findet dagegen schon jetzt: Zahlen muss das Firmenkonsortium.

Bilfinger Berger sieht sich auch in der Krise „wetterfest“ aufgestellt, will aber nach den Baupfusch-Vorwürfen bei den Anlegern Vertrauen zurückgewinnen. Der Konzern will weiter wachsen und die Rentabilität mittelfristig deutlich steigern. Die Pfuschvorwürfe beim Bau der Kölner und der Düsseldorfer U-Bahn drückten zwar den Kurs der Bilfinger-Aktie, sie wirken sich derzeit aber nicht negativ auf das Geschäft aus,“ sagte Unternehmenschef Herbert Bodner bei der Bilanz-Vorlage.

„Schuldfrage ungeklärt“

Auch für die Geschäftszahlen ist sich Bodner sicher: „Die finanziellen Auswirkungen halten wir absolut unter Kontrolle.“ Es kursierten zwar in Köln Schätzungen, wonach die am Bau beteiligte Arbeitsgemeinschaft bis zu einer Milliarde Euro zahlen müsse. Doch Bilfinger selbst müsse nur für „sehr geringe Beträge“ geradestehen. Bodner: „Die Schuldfrage ist nach wie vor ungeklärt.“ Er bezog sich damit auf den Einsturz des Kölner Stadtarchivs vor gut einem Jahr.

Für dieses Jahr peilt das zweitgrößte deutsche Bauunternehmen eine Zunahme der Leistung sowie eine überproportionale Steigerung des Betriebsergebnisses (Ebit) und des Gewinns an. Der strenge und lange Winter lasse sich aufholen (mit dpa)



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Orte des Geschehens

große Karte

Anzeige


Newsticker


Umfrage

Wollen Sie Facebook-Aktien kaufen?
Acht Jahre nach der Gründung wagt Facebook den Gang an die Börse. Bei der Emission der Aktien will das Unternehmen rund vier Milliarden Euro erlösen. Haben Sie vor, in das soziale Netzwerk zu investieren?

Hintergrund


Kölner Stadt-Anzeiger auf dem iPad


Brutto / Netto Rechner

Optimieren Sie Ihr Gehalt:
Bruttogehalt (Euro mtl.) Steuerklasse

Extra


Service


Tipps


Bildergalerien


Neue Videos – Politik/Nachrichten


Börse - Unternehmen der Region

Aktienkurse regionaler Unternehmen

BAYER 54,17 -1,90%
DEUTZ 5,30 -3,39%
DT. POST 12,95 -0,99%
DT. TELEKOM 8,91 -0,11%
INDUS 21,55 -2,93%
IVG IMMO. 1,91 -4,70%
LANXESS 53,95 -2,79%
LUFTHANSA 10,70 -3,60%
QSC 2,50 -1,96%
SOLARWORLD 4,27 -2,58%

Börsenticker

Aktien Tops & Flops

FMC 54,67 +1,02%
MERCK 81,48 +0,72%
INFINEON 7,49 +0,44%
COMMERZBANK 2,01 -7,62%
DT. BANK 33,55 -4,28%
THYSSENKRUPP 21,98 -4,27%

Glossar



Top-Links (Anzeige)


Hintergrund


Extra


Dienste