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Neuer Verein

„Volksbewegung auslösen“

Von Rainer Rudolph, 14.03.10, 17:16h, aktualisiert 14.03.10, 17:24h

Kostümierte Würdenträger: Vor rund 100 Gästen hat sich der neue Verein „Fortis Colonia“ erstmals öffentlich vorgestellt. Der Klub will die Reste der Kölner Befestigungsanlagen erhalten - und eine grüne Revolution entfachen.

Fortis Colonia
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Römer und Preußen empfingen vor dem Bayenturm Regierungspräsident Hans Peter Lindlar, Bürgermeister Hans-Werner Bartsch und den Fortis-Colonia-Vorsitzenden Konrad Adenauer. (Bild: Rako)
Fortis Colonia
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Römer und Preußen empfingen vor dem Bayenturm Regierungspräsident Hans Peter Lindlar, Bürgermeister Hans-Werner Bartsch und den Fortis-Colonia-Vorsitzenden Konrad Adenauer. (Bild: Rako)
Innenstadt - Von allen Militärs, die in Köln einmal das Sagen hatten, waren die Römer wohl am schlechtesten auf einen kalten Winter vorbereitet. Dass Rockträger mehr frieren müssen als Männer in mittelalterlichen Kettenhemden und preußische Soldaten, zeigte sich, als sich am Samstag kleine Delegationen von Kostümierten am Bayenturm sammelten, um drei Würdenträger ins Hafenamt zu geleiten: Regierungspräsident Hans Peter Lindlar, Bürgermeister Hans-Werner Bartsch und Konrad Adenauer, Vorsitzender des Vereins „Fortis Colonia“ („Mächtiges Köln“). Vor mehr als 100 Gästen stellte sich der Ende 2009 gegründete Verein zum ersten Mal öffentlich vor.

Der neue Verein will die Reste der Kölner Befestigungsanlagen erhalten, ihre Geschichte erforschen und sie allen Kölnern zugänglich machen. Dabei sollen auch die Grünanlagen Beachtung finden. „Wir wollen eine Volksbewegung auslösen“, sagte Konrad Adenauer, dem im Vorstand Werner Burauen, Jacky Beumling, Martin Gallhöfer und Rudolf Schmidt zur Seite stehen. Viele der Anlagen seien in schlechtem Zustand, klagte der Vereinsvorsitzende. Um zu zeigen, was machbar sei, wolle sich der Verein zunächst bei einem relativ kleinen Projekt, der Restaurierung und Erhaltung des preußischen Festungswerkes in der Müngersdorfer „Freiluga“ („Freiluftgartenschule“), engagieren. Am 5. und 6. Juni will sich der Verein mit Aktionstagen auch einem größeren Publikum vorstellen. Zur Zeit gräbt er einen zugeschütteten Raum im Fort X aus, um ihn an den Aktionstagen präsentieren zu können. In Vorbereitung ist auch ein Buch von Henriette Meynen über die Kölner Befestigungsringe.

Bartsch musste zugestehen, dass viele der Festungsbauwerke aus 2000 Jahren restaurierungsbedürftig sind, konnte aber auch auf städtische Bemühungen hinweisen. So läuft in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Köln seit 2007 das Projekt „Festungsstadt Köln“, das alle preußischen Befestigungen erfasst und digital archiviert. Zweimal im Jahr werden die Bauwerke (am „Tag des offenen Denkmals“ und am „Tag der Offenen Forts“) öffentlich zugänglich gemacht.

Die ehemalige Stadtkonservatorin Hiltrud Kier wies nach, wie sehr das Kölner Stadtbild noch heute von den römischen, mittelalterlichen und preußischen Befestigungsanlagen geprägt wird. Dies schlägt sich nicht nur in Straßennamen nieder, sondern auch im Kölner Rheinpanorama, dessen markante Bauwerke Vorgaben aus der Römerzeit folgen, und im Verlauf vieler Kölner Straßen. „Dringend restaurierungsbedürftig“ sind nach ihrer Ansicht Teile der römischen Stadtmauer im Bereich des Mauritiussteinwegs und an den „Bächen“.



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