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Nach Niederlage

Das nächste totale Versagen

Von Christian Löer, 14.03.10, 21:07h, aktualisiert 18.03.10, 16:17h

Keine Laufbereitschaft, kein taktischer Plan, kein Kampf: Der 1. FC Köln versagt gegen Aufsteiger Mainz 05 auf ganzer Linie. Trainer Zvonimir Soldo wirkt nach dem Spiel ratlos - und flüchtet sich in oft gehörte Erklärungen.

Zoran Tosic
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Köln, wie es in Mainz trauert: Zoran Tosic schleicht nach dem Schlusspfiff vom Platz. (Bild: Dahmen)
Zoran Tosic
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Köln, wie es in Mainz trauert: Zoran Tosic schleicht nach dem Schlusspfiff vom Platz. (Bild: Dahmen)
MAINZ - Hinterher herrschte bemerkenswerte Einigkeit. Seine Mannschaft habe den 1. FC Köln besiegt, weil sie „in allen Belangen besser“ gewesen sei, besonders hinsichtlich der Laufbereitschaft, urteilte Trainer Thomas Tuchel nach dem 1:0 (0:0)-Sieg seiner Mainzer im ausverkauften Bruchwegstadion. „Da hätten noch zwei vom Platz gestellt werden können - und wir wären immer noch gleichwertig gewesen“, befand Tuchel (36). Ziemlich korrespondierend sagte FC-Trainer Zvonimir Soldo wenig später, dass Köln wohl auch mit zwei Spielern mehr auf dem Platz keine Chance gehabt hätte. „Das ist sehr enttäuschend für einen Trainer“, sagte der Kroate.

Tuchel hatte allen Grund, begeistert zu sein. Die Bereitschaft, sich für den gemeinsamen Erfolg zu quälen, gilt als Königsdisziplin im Mannschaftssport Fußball. Die Mainzer hatten mehr als eine Stunde lang gegen die Hypothek anrennen müssen, mit einem Spieler weniger auf dem Platz zu stehen. Die Gesamt-Laufleistung der Kölner hätten die Gastgeber allerdings tatsächlich auch zu fünft erreicht. Denn Köln versagte auf ganzer Linie.

Soldos Setzkasten

Zvonimir Soldo hat sich mittlerweile einen Sprach-Setzkasten zurechtgelegt für den Fall, dass er wieder einmal eine Blamage seiner Mannschaft in Worte fassen soll. „Man darf ein Spiel verlieren. Wichtig ist aber die Art und Weise, wie man das Spiel verliert“ - diesen Satz hat der Kölner Trainer bereits nach den Pleiten gegen Stuttgart (1:5), Hoffenheim (0:4) und Hannover (0:1) hervorgeholt. Und auch am Samstag bekamen sämtliche Reporter in Mainz den selben Text zu hören.

Viel mehr fiel Soldo nicht ein. Seine Mannschaft hatte sich kämpferisch (Soldo: „Mainz hat mehr Engagement und mehr Laufbereitschaft gezeigt.“) blamiert und taktische Planlosigkeit („Wir haben in Überzahl nur lange Bälle gespielt.“) offenbart, wie man sie selten zu sehen bekommt in der Ersten Liga. Auch Lukas Podolski fand deutliche Worte. „Wir haben ohne Biss und Feuer gespielt. So kann man nicht spielen. Die Mainzer laufen, rennen und tun. Und wir tun nichts“, sagte der Nationalspieler, dem zwar wenig gelungen war, der aber immerhin Biss gezeigt hatte.

Die Kölner waren mit der erwarteten Zerstör-Taktik nach Mainz gereist, hatten Kevin McKenna mit der einzigen Aufgabe ins Team berufen, irgendwie im Weg herum zu stehen. Als der Mainzer Aristide Bancé in der 27. Minute nach einer Tätlichkeit gegen Geromel mit Roter Karte ausschied, hätte McKenna zugunsten eines Offensivspielers ebenfalls vom Platz gehört, um ein Zeichen zu setzen, dass man wenigstens gegen zehn Mainzer etwas Fußball versuchen wollte. Doch Soldo verzagte: „Wir hatten schon bei Gleichzahl Probleme. Ich habe befürchtet, dass es noch schlimmer werden könnte“, sagte Soldo. Tatsächlich hatte Kölns Keeper Faryd Mondragon schon vor dem Platzverweis mehrere Paraden zeigen müssen, Soldos Furcht war berechtigt, die Verweigerung der Kölner hätte wohl kaum durch einen taktischen Wechsel geheilt werden können. Befand jedenfalls Soldo: „Bis auf Mondragon hätte ich in der Halbzeit alle Spieler auswechseln können.“



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