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T-Gallery

Prototyp der vernetzten Zukunft

Von Rainer Nolte, 19.03.10, 21:00h

Die T-Gallery zeigt, wie das Leben und Arbeiten in der Welt von morgen funktionieren könnte. Ein futuristisches Wohnzimmer mit Sprach- oder Gestensteuerung ist ebenso möglich wie ein Auto mit mobilem Internetzugang.

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Das Auto in der T-Gallery hat einen mobilen Internetzugang. (Bild: Telekom)
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Das Auto in der T-Gallery hat einen mobilen Internetzugang. (Bild: Telekom)
Der Fahrstuhl, der den Besucher in die oberste Etage der Telekom-Zentrale in Bonn bringt, hat etwas von einer Zeitmaschine. In bunten Farben schimmern die Milchglasscheiben, mit denen die Kabine verkleidet ist. „Ping“ - und die Tür öffnet sich in ein neues kommunikatives Zeitalter. In dem Zukunftsforum des Konzernes wird die Vision des vernetzten Lebens und Arbeitens mit mehr als 120 sogenannten Erlebnismomenten Realität. Geschmeidige Formen, abgerundete Möbel und helle Flächen schaffen eine futuristische Atmosphäre, in der die technischen Neuigkeiten integriert sind. Die wichtigste Fragestellung für die Macher war: „Wie werde ich der Flut von Inhalten Herr?“ „Wir wollen, dass der Mensch alle seine Medien und Funktionen in möglichst einfacher Form nutzen kann. Ganz gleich, wo er sich im Laufe des Tages befindet, welche Geräte er nutzt, ob über Mobilfunk oder Festnetz“, erläutert Caroline Seifert, Leiterin Produkt Design. Die Galerie bringt Antworten und präsentiert sie anhand eines Tagesablaufes. „Hier wird lebendig, wie die Kommunikation von morgen aussieht“, sagte Telekom-Chef René Obermann bei der Eröffnung der neuen T-Gallery.

Milliarden Emails, Bilder, Downloads schwirren um den Globus. Ruhe soll in den Alltag einkehren. Dies geschieht durch einfachere Bedienung. Auf der Armlehe des Sofas taucht eine Steuerung auf. Eine Videoprojektion, die über eine Sensorik im Polster reagiert. Musikhören? Jemanden Anrufen? Terminkalender checken? Wie bei einem Touchscreen wird die Wahl auf dem Stoff getroffen. Eine andere Möglichkeit der Steuerung: Gesten. Mit Kameras werden die Bewegungen registriert und lediglich mit einem Handwischer durch die Luft wird der Button der Präsentation an der Wand ausgewählt.

Die Vereinfachung soll auch durch sogenanntes Customizing erfolgen. Das bedeutet: Jeder Nutzer erhält sein Profil. So erkennt das Zuhause schon beim elektronischen Öffnen der Tür - durch das Handy - wer kommt und das Heim erwacht individuell. Es wird die jeweilige Lieblings-Musik abgespielt, die voreingestellte Lichtatmosphäre erleuchtet. Das Smartphone ist dabei meist die Schnittstelle. So kann der User auch die Musik, die gerade noch über die Kopfhörer lief, via Touchscreen auf die „Hausanlage“ schieben und weiter hören. Die Sammlungen von vier bis fünf Fernbedienungen, die durchschnittlich auf deutschen Wohnzimmertischen liegen, sollen damit in Zukunft verschwinden. Die Steuerung über die Sprache ist dafür eine weitere Variante: „Suche Film mit Steve Martin“, kaum ausgesprochen, wirft der virtuelle Hausdiener - der Rechner - die gefundenen Streifen auf den TV-Bildschirm.

Umgekehrt wie es mit der Musik lief - vom Smartphone auf die Hausanlage - ist es auch mit einem Film möglich. Auf der Couch fängt man an, den Film zu schauen, und guckt dann einfach übers Handy auf dem Weg weiter. Die flexible Vernetzung macht die Nutzung der Daten über „Cloud Computing“ („Rechnen in einer Wolke“) möglich. Der Content ist nicht auf dem Heim-PC, sondern auf einem Server überall online abrufbar. Beim Einkaufen sieht man ein schönes Kleid, fotografiert es mit dem Handy und schickt es auf einen digitalen Bilderrahmen nach Hause. Der Mann sieht es dort und kann mitentscheiden ob es gefällt. Oder per SMS schreibt man das vergessene Produkt auf die elektronische Einkaufliste, die am Kühlschrank hängt.

Außerhalb des Heimes, geht die Einfachheit der Produktnutzung weiter. Das Auto erkennt das Handy, das über Near-Field Communication (NFC) Daten austauscht - ein schon bestehender, aber kaum genutzter Verbindungsweg (maximal Abstand des Gerätes drei Zentimeter). „Wollen Sie den Termin wahrnehmen?“, fragt das Navi, weil es über den Kalender im Handy erfahren hat, dass ein Verabredung ansteht, und gleichzeitig über die Kontaktdaten die Adresse herausgesucht hat. Mit „Ja“ wird bestätigt und schon ist die Route auf die Frontscheibe projiziert. Plötzlich kommt eine SMS an, die auf Wunsch vorgelesen wird. Die Antwort wird einfach während der Fahrt aufgesagt und der Sprachrechner wandelt es in eine Textnachricht um. Und wenn einem einfällt, dass man das Licht im Wohnzimmer angelassen hat, reicht es die Bitte „Licht im Wohnzimmer ausschalten“ auszusprechen und schon wird über das Netzwerk die Kilometer weit entfernt Lampe ausgeknipst. Ebeso sinnvoll, wenn man nicht sicher ist, den Herd abgeschaltet zu haben.

Auch dem Arbeitsplatz von morgen kommen die Vorteile zu gute. Daten, Inhalte und Programme aus dem Netz ermöglichen ortsunabhängiges Arbeiten und Kommunikation mit Geschäftspartner und Kollegen. Präsentationen werden vom Smartphone direkt auf die Projektionsfläche gezogen.

Noch wird nur in der T-Gallery die Zukunft real. Doch in einigen Jahren sollen manche Aspekte auch in unserem Alltag Anwendung finden.



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