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Kirchenführung

Botschaften auf buntem Fensterglas

Von Christoph Seemann, 17.03.10, 13:49h

Acht große Schmuckglasfenster zeigen in der Kirche St. Elisabeth ganz unterschiedliche Themen. Bei einer Führung werden die einzelnen Szenen erklärt.

Rolf Koller
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Rolf Koller (Bild: Seemann)
Rolf Koller
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Rolf Koller (Bild: Seemann)
Höhenberg - Wenn Dagmar Koller anfängt, von den Fenstern in der Kirche St. Elisabeth zu erzählen, gerät sie ins Schwärmen: „Die Fenster und ihre Bedeutung sind wie schöne Blätter, die uns im Sommer durchs Fenster in die Wohnung geweht werden. Sie haben eine duftige Leichtigkeit an sich, etwas Schwebendes“, meint sie, während sie Gemeindemitglieder und andere Interessierte durch die Kirche führt. Tatsächlich sind die Buntglasfenster der kleinen Höhenberger Kirche etwas Besonderes.

Die acht großen Fenster in den Seitenwänden der Kirche wurden 1982 / 83 von dem Höhenberger Künstler Rolf Koller, Ehemann von Führerin Dagmar Koller, gestaltet. Eines davon ist das so genannte „Elisabethfenster“. Es zeigt die Namenspatronin der Kirche, die Heilige Elisabeth. Elisabeth von Thüringen (1207-1231), die nach dem Tod ihres Mannes dem Adelshof den Rücken kehrte und sich aufopferungsvoll um Bedürftige kümmerte, wurde im Jahre 1235 heilig gesprochen. Die anderen sieben Fenster der Höhenberger Kirche stehen deshalb unter dem Thema „Die sieben Werke der leiblichen Barmherzigkeit“. Sie zeigen einzelne Stationen menschlichen Leides, im Kirchenführer heißt es dazu: „Außergewöhnlich ist, dass die Fenster nicht die guten Taten zeigen, sondern nur die Not - also kranke Menschen, Hungernde, Nackte.“

Tatsächlich trägt jedes der Fenster einen eigenen Titel wie etwa: „Ich war fremd, auf der Flucht“, oder „Ich war im Gefängnis“. Dagmar Koller erklärt: „Der Hintergedanke ist, zu Taten aufzufordern. Wir führen die Taten der Heiligen Elisabeth auch in unserem heutigen täglichen Leben fort, wir sind eine sehr aktive Gemeinde.“ Gemeint ist, dass die Botschaft „Ich war fremd, auf der Flucht“ so gedeutet wird, dass sich die Gemeinde für die vielen Menschen mit Migrationshintergrund in Höhenberg einsetzt. „Ich war im Gefängnis“ bedeutet, dass sich die Gemeindemitglieder um alte Menschen kümmern sollen, die ihre Wohnung kaum noch verlassen können.

Ebenso vielseitig wie die Bedeutung der Fenster ist deren Machart: Wer sich lange mit den bunten Fenstern beschäftigt, findet immer neue Symbole, wie etwa eine auffliegende weiße Taube als Symbol der Hoffnung. Die Fenster enthalten auch eine Widmung an Mutter Theresa, die der Gemeinde ein persönliches Dankesschreiben geschickt hat.

Die Fenster-Führung ist eine von zahlreichen Aktionen zum 100-jährigen Bestehen der Kirche, die am 18. Dezember 1910 eingeweiht wurde. Im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, wurden in den fünfziger Jahren Erweiterungen an der Kirche vorgenommen.

Die Ausstellung „Höhenberg zu Köln, 1910 bis 1989“ anlässlich des 100-jährigen Bestehens von St. Elisabeth wird am Samstag, 10. April, in der Kirche eröffnet.



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