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Zeitreise mit vielen Stationen

Von Thomas Schmitz, 17.03.10, 18:29h

Das Freilichtmuseum wartet dieses Jahr mit sechs Großveranstaltungen und drei interessanten Ausstellungen auf. Außerdem sind die "Auferstehung" des Nettersheimer Sägewerks und eine neue Baugruppe geplant.

Museumsleitung
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Ein neues „Schätzchen“ im Museum: der VW-Bus aus dem Jahre 1957, komplett mit Camping-Einrichtung (Bild: Thomas Schmitz)
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Ein neues „Schätzchen“ im Museum: der VW-Bus aus dem Jahre 1957, komplett mit Camping-Einrichtung (Bild: Thomas Schmitz)
Mechernich-Kommern - Das Jahr 2010 im Freilichtmuseum Kommern steht ganz im Zeichen der „Kulturellen Begegnungen“. So lautet nämlich das Museumsthema des Jahres, mit dem sich gleich zwei Ausstellungen und zahlreiche Veranstaltungen befassen. Doch in diesem Jahr gibt es natürlich noch weitere Attraktionen auf dem Kommerner Kahlenbusch. Museumsdirektor Dr. Josef Mangold, dessen Stellvertreter Dr. Michael Faber sowie die Mitarbeiter Claus Cepok, Sabine Thomas-Ziegler und Andrea Nowotny stellten das Jahresprogramm am Mittwochmittag der Presse vor.

Mit 75 „normalen“ Veranstaltungen, sechs Großveranstaltungen und drei Ausstellungen will man wieder mindestens so viele Zuschauer anlocken, wie in den letzten beiden Jahren, wo die Zahl konstant bei 203 000 Besuchern lag. Die Dauerausstellung „Schöne neue Welt“ musste zwar aus (brandschutz-)technischen Gründen geschlossen werden, einen Ersatz gibt es noch nicht. Doch in Zusammenarbeit mit dem Freilichtmuseum Detmold stellt man vom 30. Mai 2010 bis zum 8. Mai 2011 mit der Ausstellung „verbunden?!“ Lebenssituationen von Einwanderern ins Rheinland dar.

Zum Jahresthema gibt es außerdem vom 20. Juni bis 31. Dezember unter dem Titel „fremd / vertraut?!“ eine Werksausstellung von Schulen. Im Rahmen der „Kulturellen Begegnungen“ werden auch zahlreiche Dokumentarfilme präsentiert, die etwa zeigen, wie die Griechisch-Orthodoxen im Rheinland Ostern feiern und eine griechisch-deutsche sowie türkische Hochzeit. Die Filme stammen aus dem Archiv des Instituts für Landeskunde und Regionalgeschichte in Bonn.

Natürlich wird auch wieder kräftig gebaut. Mangold stellte gleich drei wichtige Projekte vor. Zum einen wäre da der Aufbau einer Halle des alten Nettersheimer Sägewerks. Die kommt gerade recht, denn sie dient als Magazin. „Da haben wir viel Luft, um unsere Exponate zu lagern“, erklärte der Museumsleiter. Dann stehen auch zahlreiche Substanzerhaltungen schon bestehender Häuser auf dem Programm. Diesbezüglich habe sich ein starker Renovierungsstau gebildet, nun müssten Notmaßnahmen auf Dächern oder an Windmühlenflügeln durchgeführt werden.

Und dann gibt es ja noch das Großprojekt: die neue Baugruppe „Marktplatz Rheinland“, die das kleinstädtische Leben zwischen 1945 und 1980 darstellen soll. Die wird peu à peu errichtet, begonnen wird mit der Gaststätte Watteler aus Eschweiler über Feld. „Eine Kneipe als erstes Gebäude ist immer gut“, schmunzelte Mangold. Die Wirtschaft wurde Ende 19. / Anfang 20. Jahrhundert gebaut und zuletzt 1973 / 74 saniert. In zwei Blöcken von 70 und 120 Tonnen wird das Gebäude geschnitten und Anfang April mit zwei Schwertransportern ins Museum gebracht.

Fotos gesucht

Zum Jubiläum „50 Jahre im Museum“ im kommenden Jahr soll dort das erste Bier gezapft werden können. Bis die komplette Baugruppe mit Tankstelle, Kino, Tante-Emma-Laden und Co. errichtet ist, werden zehn bis 15 Jahre ins Land ziehen. Das zweite Gebäude steht sogar schon im Museum: Die Pächterwohnung der alten Gaststätte Kahlenbusch, ein 1960er-Jahre-Bungalow.

Bereits jetzt macht man Werbung für die Baugruppe - und das mit einem alten VW Bus aus dem Jahre 1957. Dabei handelt es sich um das frühe Exemplar eines alten Campingfahrzeugs. „Im vergangenen Jahr sind wir bei den Rheinbach Classics mitgefahren. Die ganzen Porsches hat man gerade mal zur Kenntnis genommen, aber dieses alte Allerweltsfahrzeug hat bei den Besuchern Erinnerungen an früher erzeugt“, sagte Faber.

Leute, die Einrichtungsgegenstände, technische Geräte oder Mode, die in den Zeitraum 1945 bis 1980 fallen, loswerden möchten, sollten sich mit dem Museum in Verbindung setzen. Ein ganz besonderes Augenmerk richtet man in dieser Saison auf das Jahr 1960, hier benötigt das Museum für die Veranstaltung „ZeitBlende 1960“ noch Zeugnisse sowie private Fotos und Videos aus besagtem Jahr.

Natürlich finden auch wieder beliebte Großveranstaltungen wie der „Jahrmarkt anno dazumal“ statt, bei dem nach vielen Jahren wieder die Hochseiltruppe Geschwister Weisheit auftritt. „Man munkelt sogar, dass dieses Jahr Prostituierte auf dem Jahrmarkt sein sollen“, sagte Faber.



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