Von Stephan Propach, 18.03.10, 11:25h
Politiker und Rathaus-Chefs aus Windeck, Ruppichteroth, Morsbach und Nümbrecht hatten sich angesichts der wirtschaftlichen Probleme im Gesundheitssystem Sorgen um den Bestand der Klinik in Waldbröl gemacht. Die vier Kommunen gehören zum Kreis der ehemaligen Anteilseigner der Klinik, die 2008 ihre Anteile an den Oberbergischen Kreis verkauft haben. Sie informierten sich kürzlich in Waldbröl und vereinbarten künftig regelmäßigen Austausch.
Die Sorgen seien unbegründet, versichert Joachim Finklenburg, Hauptgeschäftsführer der Klinikum Oberberg GmbH in Gummersbach, zu der auch das Waldbröler Haus seit 2008 gehört.
Kinderklinik geschlossen
„Ich weiß gar nicht, wer solchen Blödsinn erzählt“, reagiert er auf Schließungsszenarien, die gerüchteweise immer wieder mal die Runde machen. Waldbröl sei ein „voll funktionsfähiges Krankenhaus“, in dem mehr als nur eine Grund- und Notfallversorgung angeboten werde, beschreibt Finklenburg. „Kardiologie und Chirurgie boomen“, das Gefäßzentrum habe gerade einen Wechsel in der Leitung hinter sich. Wie überall seien Gynäkologie und Geburtshilfe schlecht ausgelastet.
Strukturelle Veränderungen seien möglich, aber aktuell nicht geplant, versichert der Geschäftsführer. Verhandlungen mit dem Land stehen Anfang 2011 an. Wegen geringer Belegung wurde die Waldbröler Kinderklinik zugunsten der Gummersbacher vor wenigen Jahren geschlossen.
Klinikchef Finklenburg verweist auf Erfolge der neuen Geschäftsleitung. So seien Mitarbeiter aus Tochtergesellschaften wieder rückübernommen worden. „Das Pflegepersonal wird wieder nach Tarif bezahlt“, betont Finklenburg, der seit 2008 Verhandlungsführer für kommunale Krankenhäuser bei Tarifverhandlungen ist.
Auch finanziell gehe es dem Haus wieder besser, so Finklenburg. Nach einem Tiefstand von zwei Millionen Euro Verlust im operativen Geschäft werde inzwischen wieder eine schwarze Null geschrieben. Allerdings schlügen Investitionen vergangener Zeiten noch mit Abschreibungsverlusten von einer Million Euro zu Buche.
Nach Investitionen in ein Blockheizkraftwerk steht jetzt die Notaufnahme an, die umgebaut und neu organisiert werden soll. Die Bedeutung des Krankenhauses im Süden Oberbergs unterstreicht auch Windecks Bürgermeister Jürgen Funke. Medizinische Technik und Qualität stünden dem Gummersbacher Krankenhaus in nichts nach, die Ausstattung zum Beispiel der Zimmer schon. „Das Waldbröler Krankenhaus muss etwas tun, um einem drohenden schlechten Ruf entgegen zu wirken.“
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