Von Tim Stinauer, 17.03.10, 19:33h, aktualisiert 29.11.11, 14:47h
Es war eine furchtbare Szene, die die Passanten in Lindenthal am Montagnachmittag gegen 16.45 Uhr mitansehen mussten. Auf dem Gürtel standen die Ampeln für den Verkehr in Richtung Sülz auf Grün. Ein 40 Tonnen schwerer Lastwagen bog nach rechts auf die Dürener Straße ab, um stadtauswärts zu fahren. Eine Radfahrerin, die den Gürtel geradeaus weiter fahren wollte, ging offenbar davon aus, dass der Lkw-Fahrer stoppen würde, um sie vorbei zu lassen. Doch nach ersten Ermittlungen der Polizei hat der 42 Jahre alte Mann die Frau nicht gesehen, weil sie sich im toten Winkel befand. Der Lkw erfasste die Radlerin und überrollte sie. Jede Hilfe kam zu spät.
Mitarbeiter aus einer Arztpraxis riefen die Feuerwehr, auch zwei Fußgängerinnen griffen sofort zum Telefon. In der ersten Hektik meldete eine Zeugin, dass ein Kind unter einen Lastwagen geraten sei. Das stellte sich als Irrtum heraus. Weil die tote Radfahrerin keine Papiere bei sich trug, dauerte es bis zum späten Abend, ehe die Polizei sie identifiziert hatte - eine 57 Jahre alte Frau, die in Köln lebte. Noch am Tag nach dem Unfall ist eine der Zeuginnen derart geschockt, dass sie nicht über ihre Beobachtungen sprechen kann.
Erst vorige Woche war eine Radfahrerin (41) bei einem ganz ähnlichen Unfall an der Bachemer Straße schwer verletzt worden. Nach Erhebungen der Unfallkasse Berlin sterben jährlich bundesweit etwa 140 Menschen bei Zusammenstößen mit rechtsabbiegenden Lastwagen. „Auch Erwachsene unterschätzen die tödliche Gefahr, die vom rechten Hinterrad des Lkw ausgehen kann. Die Hinterräder kommen beim Abbiegen viel näher an die Bordsteinkante heran als die Vorderräder“, heißt es in einer Mitteilung der Versicherung. Doch wie lassen sich diese gefährlichen Situationen schon im Vorfeld vermeiden?
Mehr Radwege auf die StraßeEher nicht durch technische Vorrichtungen an Lastwagen. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls das Berliner Sachverständigen-Büro „Unfallanalyse“, das 141 solcher Unfälle ausgewertet hat. „Die bisher vorgeschriebenen Abweisvorrichtungen sind praktisch wirkungslos“, schreiben die Experten. Laut Gesetz müssen Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen seitliche Planken zwischen Vorder- und Hinterreifen haben, die maximal 55 Zentimeter über der Fahrbahn montiert sein müssen. So soll verhindert werden, dass Fußgänger oder Radfahrer unter die Räder geraten und überrollt werden. Doch in 70 Prozent der ausgewerteten Unfälle hatten diese Vorrichtungen ihren Zweck nicht oder nur unzureichend erfüllt.
Um Radler für Autofahrer besser ins Sichtfeld zu rücken, will die Stadt an 50 Ampeln in Köln einen vorgezogenen Halteraum für Radfahrer markieren - das wirkt freilich nur, wenn die Ampeln Rot zeigen und der Verkehr steht. Für Erich Koprowski vom Kölner Kreisverband des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) steht fest: „Wo es geht, muss der Radverkehr über die Autostraße geführt werden, damit die Radfahrer besser gesehen werden.“ Klaus Harzendorf vom Amt für Straßen und Verkehrstechnik stimmt dem grundsätzlich zu: „Wir haben letztes Jahr bereits fünf Kilometer Radweg auf die Straße verlegt, und wir verfolgen das auch weiter.“
Koprowski wünscht sich, dass in Deutschland - so wie in den Niederlanden - ein vierter Außenspiegel für Lkw-Fahrer gesetzliche Pflicht wird. Im Zweifel gelte aber für jeden Radfahrer: „Lieber dem Lkw die Vorfahrt lassen, der ist immer stärker.“
Unfallmeldung: Radfahrerin von Lkw überrollt
Forum: Wie können schwere Unfälle beim Rechtsabbiegen verhindert werden?
Wahrscheinlich wird sich wenig ändern ..!
29.03.2010 | 13.43 Uhr | klausi2002
In unserem Nachbarland Niederlande funktioniert das Miteinander von Pkw/Lkw und Radfahrern ohne grössere Probleme seit Jahrzehnten.…
Radwege abschaffen!
24.03.2010 | 11.23 Uhr | zarath_de
Mit ohne Radweg wäre die Frau jetzt nicht tot.
Zumindest wäre es laut BASt unwahrscheinlicher.
Kölner Fahrradwege = Todesfallen
22.03.2010 | 15.40 Uhr | Lars Lange
Also lieber auf der Straße fahren, das ist sicherer!
Trotzdem werden auch in Köln die tödlichen Fahrradwege immer noch gebaut, wie auf der Aüßeren…
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige
![]() |
Foto auf Leinwand günstig vom Testsieger
Werbeagentur Verzeichnis Köln Bonn
Werbeagentur / Internetagentur, Köln
Kfm. Umschulungen + Seminare in Köln
Holzspielzeug gesucht, gefunden, geliebt